Mittwoch, 24. Dezember 2008

Madeira Weihnachten 2008!

Knoblauch und Bananen!

Wann fängt der Urlaub eigentlich an? In dem Moment, in dem um 1.45 Uhr der Wecker klingelt, damit man in Frankfurt pünktlich den Flieger um 6.45 Uhr bekommt? Oder in dem Moment, in dem man um 3.00 Uhr morgens im Auto gen Frankfurt sitzt? Nein, der Urlaub begann in dem Moment als uns der Shuttle-Bus vom Parkplatz auflud. In dem Moment huschte das erste Lächelns übers Gesicht, wähnte ich mich doch in mitten in einer Comedy-Szene von Badesalz.

Ich kann alle Dialekte im Kopf sprechen. Kennt Ihr das? Ich kann sie im Kopf sprechen, aber nicht tatsächlich und ich kann sie auch nicht schreiben. Darum müsst Ihr Euch bitte selbst einen hessischen Akzent des Menschen vorstellen, der uns in den Bus packte. Wir fuhren auf die Parkplatzschranke zu und diese öffnete sich nicht. Er fluchte so etwas wie „So ein Mist, das Drecksteil geht nicht auf“. Er tippte auf seinem Mobiltelefon und es meldete sich jemand am anderen Ende. Der Fahrer „Hörst Du das?“ Das andere Ende „Ja, es klingelt“ Der Fahrer „Und warum macht die verfluchte Schranke nicht auf?“ Das andere Ende „Ach, der Dreckscomputer ist wieder abgeschmiert“ Der Fahrer „Ah, da kommt Kundschaft (nettes Wort oder, ich dachte das sei ausgestorben), Du hast Zeit, wir holen die erstmal ab.“

Das hört sich jetzt leicht an, isses aber nicht. Der Fahrer lässt die Tür offen und ich friere nah an dem Gefrierpunkt, hab ich doch meine Winterjacke wohlweislich des Wetters in Madeira zu Hause gelassen. Da muss ich durch. Durch die geöffnete Tür höre ich die Diskussion: „Schatz, soll ich das Kopfkissen mitnehmen oder nicht?“ Er: „Mach doch“. Sie: „Dann muss ich das aber die ganze Zeit tragen.“ Er: „Dann lass es hier.“ Sie: „Aber dann kann ich im Flieger nicht richtig schlafen.“ Er: „Dann nimm es mit.“. Diese Unterhaltung ging dann noch ungefähr 10 Minuten so, ich hatte bereits Eiszapfen an der Nase als der Fahrer rettend eingriff und in seinem hessischen Akzent sagte. „Des Ding kommt mit.“ Vor Dankbarkeit fiel ich vor ihm auf die Knie (also innerlich).

Im Auto gings dann weiter. Sie drehte sich zu uns um und fragte mit heller Stimme und nordbayerischem Akzent: „Fahrt Ihr auch nach Mallllllorca???“ Nee, iss klar, dachte ich. Wir sind hier am größten Flughafen von Deutschland und für sie dreht sich alles um Mallorca. „Nein, antwortete ich – nach Madeira.“ Ob ich für die Antwort nen Punkt bekam oder sie, weiß ich jetzt nicht genau.

Sie: „Wie warm ist es denn da??“ Ich: „So um die 18 Grad.“ Sie: „Auf Malllllorca sind es 16 Grad.“ Ok, der Punkt geht an mich. Mein Geschichtsausdruck und die Tatsache, dass ich die Unterhaltung meinerseits nicht am Laufen hielt, ließ sie sich wieder ihrem Mann zu wenden aber der ist ja selbst schuld, nicht wahr?

Rest ist schnell erklärt. Von Frankfurt nach Nürnberg, von Nürnberg nach Funchal. Auto gemietet, Hotel gefahren – alles wunderbar.

Der erste "Schock" kommt beim Abendessen – wir bestellen Espetada – wohl das Nationalgericht der Madeirenser. Rindfleisch auf einem Lorbeerspieß über offenem Feuer gegrillt. Ja, schmeckt. Warum allerdings bei den dazu gereichten Pommes eine geschätzte komplette Knoblauchknolle drübergestreut wurde, erschloss sich uns nicht.

Funchal – We wish you a merry Christmas

Das Erste, das ich am ersten Morgen erblicke, als ich auf den Balkon gehe, ist das: Natürlich auf dem Foto nicht wirklich festzuhalten. Aber unter den Sonnenstrahlen liegt eine Insel und es ist so, als ob jemand eine zu starke Taschenlampe im Himmel angeknipst hat.



Am ersten Tag wird Funchal, die Hauptstadt besichtigt. Wir sehen eine sehr weihnachtlich geschmückte Stadt, wir sehen Bad Santa, der Luftballons verkauft, wir sehen Engländer, die bei 16° mit kurzer Hose und kurzem Top die Stadt besichtigen, wir sehen den Markt mit tollen Früchten, totem Fisch und Blumen, Blumen, Blumen.



Die Stadt ist, wie bereits erwähnt, weihnachtlich geschmückt. Damit auch bloß niemand vergisst, das wirklich Weihnachten vor der Tür steht, trällert aus jedem Lautsprecher irgend ein anderes Weihnachtslied – gerne mal auch parallel (im Parkhaus, auf der Straße, im Café usw. usw)
Ich bin entzückt von den Weihnachtselfen, die auf dem Weihnachtsmarkt irgendwelche Dinge verkaufen – Frank findet es schrecklich. Getoppt wird das allerdings von der ortsansässigen Blaskapelle, die neben Weihnachtsliedern (wie könnte es anders sein) „Griechischer Wein“ spielt. Lustig das!



Ach ja – die Bananen von der Überschrift wurden noch nicht erwähnt. Ich kann mich nicht erinnern, mal Bananenstauden live und in Farbe wachsend am Baum gesehen zu haben und jedes mal (und hier gibt es ganz viele Bananenplantagen) quietsche ich vor mich hin, wenn ich mal wieder eine sehe – also irgendwie ständig.

Tag 3 – Feuerwerk und Espresso

Am ersten Tag dachte ich, es sei eine Sprengung für einen Tunnel, der in der Nähe gebaut wird. Aber es ist ein Feuerwerk. Ach, was schreib ich, EIN Feuerwerk? Feuerwerke, wo man nur hinschaut. Ist ja ok, aber morgens um 6.30 Uhr?? Ist das ein spezieller Morgengruß für alle Touristen auf Madeira?

Egal, heute ist die erste Wanderung angesagt. Levada-Wanderungen macht man hier auf Madeira. Levadas sind Wasserkanäle, die bereits kurz nach der Entdeckung der Insel (anfänglich von maurischen Sklaven) künstlich erschaffen wurden und die Insel und ihre terrassenförmigen Gärten mit Wasser versorgen. Schwindelfreiheit sollte man haben, so steht es in jedem Reiseführer. Warum nur denke ich beim Lesen solcher Warnungen immer „Ach, wird schon nicht so wild sein.“?? Doch, es ist so wild, genau so.

Am Schluß der Wanderung kommen wir an eine der höchsten Steilküsten der Welt - 580m geht es in die Tiefe direkt ins Meer und es macht Spaß, die Leute zu beobachten die, genau wie ich, vorsichtigen Schrittes ans Geländer gehen. Dicht an der Klippe steigen Paraglider auf und lassen sich durch den auftreibenden Wind bis zu uns ranwehen. Tolles Spektakel.



Interessant war die Busfahrt zurück zum Ausgangspunkt. Wenn ich dachte, Levada-Wanderungen seien gefährlich, so weiß ich jetzt, dass jedes Busfahrt auf Madeira gefährlicher ist.
Noch zwei Dinge zu den ersten Eindrücken: Zum einen täte es den Madeirensern gut, wenn sie (wie viele Südländer das wohl nicht so haben) etwas mehr Mitleid mit ihrer tollen Natur haben. Zum anderen würde ich dem älteren Herren, dem ich auf der Levada begegnet bin, gerne noch sagen, dass es an der Zeit sei, die Hose, die er seit 20 Jahren trägt und in die auch das ein oder andere Missgeschick passiert ist, bei Gelegenheit mal zu waschen. Levadas sind sehr eng und irgendwie musste ich an ihm vorbei oder mich die Klippe runterstürzen. Ich lebe noch!!

Im Übrigen gibt es noch ein paar Nachtbilder von gestern Abend… hoffentlich finden wir heute ein Restaurant mit vegetarischen Gerichten – ist doch alles sehr fleischlastig hier.

Espresso? Was war da noch mit Espresso? Ach ja, der kostete uns satte 0,50 Euro in ner Bar – einige Lebensmittel sind vom Staat subventioniert und deshalb sehr preiswert.

Licht – es werde Licht

Die Wolken hängen tief, ein tolles Schauspiel aber nichts, was uns dazu einlädt, eine Wanderung zu machen. Nicht, dass wir bei Feuchtigkeit empfindlich wären aber die erste Levada-Wanderung ließ erahnen, dass die das mit ihrer Warnung ernst meinen, wenn sie sagen, man soll bei Regen dieser Wanderungen nicht laufen.

Weihnachtsstimmung in Funchal



Levada Nr 2 und kalter Wind!

Das Wetter verspricht einen tollen Tag – so wird es auch. Wir wandern die Levada Nr. 2. Außer, dass wir auf einen der zahlreichen Busse – wie es im Wanderführer steht, ziemlich lange warten müssen, wird es einer – ein toller Tag.

Allerdings kann die Sonne, wie man am letzten Bild erkennen kann, auch gut täuschen. Ich friere im eiskalten Wind.

Unsere Abendessentaktik ist, dass wir keins mehr einnehmen. Wir nehmen am Nachmittag einen Snack in Form eines Sandwiches und sparen uns das Abendessen bzw. die übermäßige Fleischaufnahme.

Der Abend wird in der gemütlichen Hotelbar mit zwei Gläsern Wein und dem Alt-68er-Vegetarier-Schweden-Pärchen beschlossen, die sich über die eine Woche Urlaub mit Suppe zum Abendessen begnügen – geht auch aber er (sein 7. Madeira-Urlaub) macht uns wenig Hoffnung auf mehr Gemüse, was ziemlich verrückt ist, da hier ja alles wächst.

AIDA

Die AIDA läuft in Funchal ein und auf hier hockt ein Ex-Kollege. Bei bestem Wetter treffen wir uns in Funchal. Frank und ich gehen aber vorher noch auf touristischen Pfaden über die Stadt.


Levada Nr. 3 – Sonne, Nebel und tolle Landschaft.

Ich erzähl einfach nix… einfach nur schauen. Bild Nr. 4 in der zweiten Reihe ist kein Brand sondern das sind die aufsteigenden Wolken – ein tolles Spektakel. Bild Nr. 1 in der dritten Reihe zeigt den Reiseproviant – vom Frühstücksbuffet geklaut. Die nicht ganz normgerechten Bananen schmecken vorzüglich.

Ach ja, da wär noch das Abendessen – Essen ist ja mein Lieblingsthema. Unsere Taktik ist ja mittlerweile, nachmittags irgendwo einen Snack zu essen. Wir entdecken eine Pizzeria (ok, nicht ganz typische Madeira-Kost). Ich bestelle das einzige vegetarische Nudelgericht auf der Karte – Spaghetti Arrabiata, kann man nicht viel verkehrt machen, denke ich. Ja, ich esse gerne scharf. Aber die Knoblauchladung hatte ich natürlich unterschätzt. Nicht, dass ich jetzt stinke, wie ein Iltis – es handelte sich um Knoblauchsalz, wenn ich das richtig gesehen hab. Das lässt mir dann die ganze Nacht keine Ruhe – ich hab Magen!

Eiskaltes Gebirge und karge Landschaft oder Wanderung Nr. 4, diesmal ohne Levada

Der Plan war es „eigentlich“, im Gebirge zu wandern – die höchsten Berge sind knapp 1.900m hoch. Bei eiskaltem starkem Wind, Temperaturen um den Gefrierpunkt und aufkommendem Nebel genießen wir kurz die Aussicht und machen uns ab ins Tal. Einfach nur mal auf meine Körperhaltung schauen – boah, war das sch…. kalt.

Die neu ausgesuchte Wanderung geht über eine Landzunge – wenn man bedenkt, dass das hier mal stark bewaldet war und dank Rodung und Ziegen-Weidung nun eine karge Landschaft ist, ist das zwar erschreckend aber die Landschaft an sich auch stark beeindruckend. Der Wind wehte mächtig und ich war an vielen Stellen dankbar für die Drahthalterungen. Ganz imposant waren die vielen sichtbaren Gesteinsschichten mal horizontal, mal vertikal. Gerne hätte ich einen Geologen an der Hand gehabt, der mir das alles erklärte.


Unserer Strategie des Nachmittagssnacks folgend saßen wir nachmittags in einem Fischlokal am Hafen. Ok, die Snacks werden mittlerweile ausgiebige Nachmittagsessen – aber diesmal hatten wir Glück. Zum einen war der Fisch sehr lecker, zum zweiten gab es richtige Kartoffeln und zum dritten wurde alles ohne Knoblauch zubereitet.
Einzig und alleine die CD mit der Musik, bei der „Candle in the Wind“ mit einer Panflöte gespielt wurde, zerrte an den Nerven. Aber es war keine Weihnachtsmusik – auch mal nicht schlecht.

Christmas Eve!

Es schneit am Weihnachtsabend, also würde es, wenn es etwas kälter wäre. Aber bei 16 Grad ist es Regen, aber was für einer. Die Wolken hängen tief und es plästert.

Hier ein paar Worte zu dem Hotel bzw. zu unseren Miturlaubern. Sitzen wir beim Frühstückstisch, haben wir den Eindruck, dass der Ikea-Katalog auswendig aufgesagt wird. Will heißen, hier sind hauptsächlich Schweden im Hotel. Das ist insofern gut, da Schweden nett, freundlich, pflegeleicht und sauber sind – so als solches. Das Hotel gehört zu den sog. „Charming Hotels“, etwas plüschig, klein und überschaubar. Keine Massenabfertigung und wenn man sich übers Hotel informiert, erfährt man schnell, dass das eher was für Honeymoon als für Kindergeburtstage ist (eigentlich finde ich ganz Madeira so – also kinderuntauglich). Um so erstaunter sind wir, als eine Familie mit drei noch recht kleinen Kindern beim Frühstück erscheint. Noch erstaunter war aber wohl die schwedische Familie ob des gebuchten Hotels.

Ich kann mir das zwar in Zeiten von Internet nicht wirklich vorstellen aber man hatte sich scheinbar nicht richtig informiert oder das Reisebüro hatte Unfug erzählt. Da der Internetzugang direkt hinter der Rezeption ist, bekomme ich dort mit, was sich eben an dieser Stelle tut. Als erstes wurde an das Hotel den Wunsch herangetragen, doch das nächtliche und morgendliche Abschießen der Feuerwerkskörper zu untersagen. Die gute Frau an der Rezeption hatte ich liebe Mühe, der Familie zu erklären, dass sie darauf keinen Einfluss hätte, das ein Ritual bis Weihnachten sei und überall auf der Insel so wäre.

Nachmittags – ich saß wieder am Rechner – kam die Frau um die Ecke gefegt (wie gesagt, es regnete fürchterlich) und fragte, schon in einem sehr aggressiven Ton, wo denn nun der Indoor-Pool sei. Die Dame an der Rezeption sagte freundlich, dass (wie es auch auf der Internetseite des Hotels zu sehen ist), es keinen wirklich Indoor-Pool gäbe, aber einen beheizten und überdachten Außenpool.„WHAT“, schrie die schwedische Dreifachmama der Rezeptionistin ins Ohr. „WHAT ARE YOU TELLING??“ Übersetzt ging es dann so weiter, dass sie (also der Gast) genau wisse, dass es einen Indoor-Pool gäbe und sie jetzt nicht durch den Regen irgendwo hin gehen wolle und überhaupt, wie man sich das mit Kindern denn vorstellen solle. Man merkte der Dame an der Rezeption doch in dieser fortwährenden Diskussion an, dass ihr langsam der Geduldsfaden riss. Sie versuchte ihr freundlich zu sagen, dass sehr wohl die Kinder im Pool schwimmen können, der sei beheizt und überdacht, worauf die Mutter aber irgendwann entnervt abzog, dass sie zum einen nicht bereit sei, die 10m durch den Regen zu gehen und zum anderen dann ja als bewachende Mutter frieren würde.

Auf den Fotos seht Ihr unseren Weihnachtsbaum, den uns Freunde mit auf die Reise gegeben haben. Man gießt ihn, er wächst und sieht nach 12 Stunden komplett aus. Lustig das. Ansonsten haben wir den 24.12. mit Besichtigung der hektisch kaufenden Madeirenser (ja, die sind auch im Weihnachtsstress) verbracht, hie und da im Café gesessen und uns abends auf unser Christmas Eve-Menü im Riso gefreut. Sehr lecker, ohne Weihnachtsmucke und mit nachfolgender Beschallung durch die aufschlagenden Wellen.

Hier ein Weihnachtslied, das ich bisher nicht kannte. Eines abends klemmte die Platte und das Ding lief in einer Endlosschleife und ließ uns fluchtartig die Bar verlassen. Lustiger Humor (im Original kommt die Oma nämlich nicht wieder - entgegen der Darstellung im Video).

Levada Nr. 5 und Angst im Tunnel

Als erstes werde ich den Verfasser des Wanderführers anschreiben, wenn ich wieder zurück bin. Es stimmt wirklich keine Angabe der Kilometerzahl und das zu Zeiten von Garmin - tssss. Die heutige Wanderung war mal flott 4km länger, nicht wirklich schlimm aber für fußkranke Leute können 4 km schon ziemlich lang werden.

Die Levada geht zum Schluß durch einen Tunnel - ca. 500m lang. Taschenlampe hatten wir dabei, meine Klaustrophobie auch. Leute, Leute hab ich ne Phantasie. Von einbrechenden Gesteinsbrocken bis hin zu meinem Sturz in die Levada (was nicht wirklich unwahrscheinlich wäre) und anschließendem Weggeschwemmtwerden durch die reißenden Fluten (das wiederum ist unwahrscheinlich, da die Levadas höchstens hüfthoch sind und dann auch nicht gerade reißend) war alles dabei. Gott war ich froh, als wir aus dem Teil raus waren - Problem war halt nur, dass wir auch wieder zurück mussten. Ausweg nicht möglich. Nunja, heldinnenhaft hab ich es überlebt.

Durch den vielen Regen gab es viel Wasser und wir durften durch einen Wasserfall gehen (bzw. mussten). Lustig das.

Levada Nr. 6, dreieckige Häuser und Dreck im Weg

Nicht viel zu erzählen - die dreieckigen Häuser sind alte Madeirensische Häuser. Durch den vielen Regen der letzten Tage gab es einige Erdrutsche und Gesteinsbewegungen. Das hat zu einigen Kletterpartien auf der Levada und dem vorzeitigen Abbrechen der Wanderung geführt. Immerhin waren es noch 9km.

Levada Nr. 7 und 8 - oder die verschwundenen Levadas

Der Tag begann wir die letzten mit dicken, düsteren Wolken. Das Schöne an Madeira ist aber, dass man sich davon nicht täuschen lassen sollte. Man kann über den nächsten Hügel oder durch den nächsten Tunnel fahren und in der Sonne sein. Trotz und alledem hat es nachts aber auf der ganzen Insel geregnet und überall (auf Levadas und auf den Bergstraßen) lagen teilweise beunruhigend große Gesteinsbrocken, abgerissene Bäume/Sträucher und Erdbewegungen rum. Die Levada, die wir nun heute gehen wollten, war einfach weg - hätten wir etwas besser aufgepasst, hätten wir auch das Schild am Weg zum Berg hoch gesehen, so sind wir erstmal 2km durch die Gegend gelaufen, in knöcheltiefem Schlamm rumgewatet um dann unverrichteter Dinge wieder abzuziehen.

Die nächste Levada ausgesucht - hier wies der Wanderführer schon darauf hin, dass der Eingang schlecht zu finden sei. War er auch, wir fanden zwar eine Levada aber die war nach 1km für mich zu Ende - ging es doch zig Meter an der einen Seite steil runter und man musste auf dem Rand der Levada balancieren - nichts für mich. Nachdem wir dann für heute aufgegeben haben und ich die Beschreibung noch mal studierte, müssen wir wohl an dem Teil der Levada gewesen sein, die für Weiterwanderungen nicht empfohlen wird - gut, dass wir das aus eigenem Ermessen schon nicht getan haben. Ich hab mal versucht, ein Foto zu machen, aber der Abgrund wird hier nicht wirklich deutlich. Rechts ist das Wasser der Levada, daneben der Berg. Links gehts abwärts, und zwar ca. 10m bis zu den Sträuchern und dann aber auch direkt weiter - ich schätze mal 200m - so richtig abschätzen kann ich das aber nicht.

Das Bild rechts zeigt das Lieblingsgericht der Madeirenser. Reiseführern glaub ich ja mal grundsätzlich nicht aber fast jedes Lokal (auch die Lokale, die nicht so touristisch ausgelegt waren und mehr auf einheimische Gäste angewiesen waren) bot diese Fleischspieße an. Das schmeckt gut, aber für mich nur max. 1/Woche genießbar.


Die letzte Levada - auch die war nicht da.


Die letzte Levada - die sogenannte Forellen-Levada hatte sich auch entschieden, uns keinen Wandergrund zu bieten. Sie war einfach komplett geschlossen. Bauarbeiten. Dafür waren wir dann 45 Minuten mit dem Auto über die Berge gegurkt. Nun ja, nützt ja nichts - etwas enttäuscht war ich schon, war es doch der letzte Tag und wir hatten jetzt so schnell keine Alternative mehr greifbar. Die Berge waren im dichten Nebel und die uns genehmen Wanderwege hatten wir beschritten. Ich bin sicher, es gibt noch ne Menge mehr - aber es empfiehlt sich einfach, auf die Wanderbeschreibungen zu hören, da die Ausschilderung auf Madeira nicht wirklich klasse und nicht jede Levada, die man in der Karte sieht, für Wanderungen geeignet ist.

Aber so bleibt auch noch etwas für den nächsten Madeira-Urlaub.

Belohnt und verabschiedet wurden wir mit einem wunderschönen Himmel, einem tollen Essen in unserem Lieblingslokal "Riso" und den tosenden Geräuschen von Meer. Unter dem Bild stell ich einen kleinen Film rein, der direkt von meinem Platz im Restaurant aus aufgenommen wurde. Hauptsächlich geht es mir um die Geräuschkulisse, weniger um die Fähre, die ich dort aufgenommen habe.




Wer bis hier durchgehalten und noch Lust hat, kann sich (fast) alle Bilder hier noch anschauen: Klick!

4 Kommentare:

  1. Erstmal wünsch' ich an dieser Stelle ein tolles 2009! und danke dir für die schöne und ausführliche Jahresanfangs-Lektüre samt Appetitmachfotos. Du kannst dir aber vermutlich denken, dass mir die Naturfotos am meisten Appetit machen auf MEHR. Wobei ich mir nach Genuss der Fotos und Begleitbeschreibungen vermutlich doch eine andere Jahreszeit für den Madeirabesuch aussuchen würde als über Weihnachten ;o)

    AntwortenLöschen
  2. Lieben Dank für Deine nahen Bericht!
    Welch schöne Natur, tolle Fotos und sehr schön unterhaltsam geschrieben - beinahe wie eine kleine Werbung für die Inseln oder ein Reiseführer. Vielleicht solltest Du Reiseführerschreiberin werden?! ;)

    So ganz nebenbei hat mich Euer Weihnachtsbaum fasziniert!

    AntwortenLöschen
  3. Ein frohes neues Jahr wünsche ich Dir noch!
    Ein schöner Reisebericht den Du da verfasst hast. Macht Lust auf Madeira. Sollte ich mal im Frühlinge mit meinen Mädels Wandern gehen.

    AntwortenLöschen
  4. @Lizzy - das wünsche ich Dir auch. Ich denke, dass das Frühjahr ne wirklich gute Zeit ist. Wenn man aber nicht hitzeempfindlich ist, dürfte das auch im Sommer gehen. Und immer ein Hotel im Süden buchen - das hat uns doch die ein oder andere Sonnenstunde mehr eingebracht. Die Leute, die nur über Weihnachten da waren, hatten tatsächlich nur Regenwetter (immer partiell), das ist sicherlich frustrierend. Da wir eine Woche tolles und eine Woche wechselhaftes Wetter hatten, war es für uns in Ordnung. Im übrigen ist Madeira tatsächlich auch nur wegen der Natur schön - die Insel ist halt noch nicht so alt (bzw. die Bewohnung der Insel), so dass man schönen Flair wie in der Toskana in Dörfern und der Stadt wirklich vermisst (also, ich habs vermisst).

    @Der Weihnachtsbaum war auch wirklich lustig. Leider hat es so stark an Heiligabend geregnet, dass wir ihn nicht in schöner Kulisse knipsen konnten.

    @Diro - Frühling ist bestimmt prima. Falls Du noch irgendwelche Infos benötigst, geb ich Dir gerne weiter, was ich so weiß.

    AntwortenLöschen