Montag, 19. Oktober 2009

Nova Scotia 2009

Tag 1 - Halifax - Lunenburg

Es regnet in Strömen, so beginnt der erste Urlaubstag. Ankunft in Halifax. Ich schreib nicht viel dazu. Taxi - Hotel. Erwähnenswert ist nur die unheimlich nette Bedienung im Hotel-Restaurant, die wohl wirklich die Bezeichnung "Vegetarierin" kennt und ich ein komplett tierfreies Abendessen außerhalb der Karte bekomme - sehr schön. Hier trinkt man "Keith's" - das lokale Bier - auch gut.

Am nächten Morgen - es regnet in Strömen: Wir nehmen das Wohnmobil in Empfang. Routine mittlerweile. Der Gang durch den Supermarkt gestaltet sich angesichts meiner neuen Ernährungsgewohnheiten schwierig. Es gibt total viel vegetarischen FastFood aber das will ich ja auch nicht.

Halifax wird gesichtet, im Wooden Monkey zu Mittag gegessen (sehr gut) und dann entlang der Küste gen Westen gefahren. Der erste Campground liegt wunderschön an einem Fluss, hat WLan und der Jetlag ist überwunden. Mal schauen, ob wir morgen die erste Wanderung angehen.




Gut, die Fotos geben noch nicht das her, was man von einem Canada-Urlaub erwartet aber ich habs schon gesehen... echt!

Tag 2 - Lunenburg - East Berlin - West Berlin - Brooklyn - Liverpool


Wir sind wirklich in Canada - hört sich nicht so an, ist aber so. Es gab heute so viel zu sehen, dass ich besser nicht viel schreibe, sondern die Bilder sprechen lasse.

In Mahone Bay war letzte Woche Scarecrow Festival. Wir durfen die Überbleibsel bewundern. Schon irre, welche Arbeit sich die Leute gemacht haben. Alles dabei, was Rang und Namen hat.

Und dann gab es einfach so schöne Bilder.

Und skurrile Dinge auch.

Und dann den kleinen Fischerhafen:

Und ich hab in La Have Brot ohne unnütze Zutaten bekommen - welch Freude.

Liverpool – Kejimkujik National Park (SeaSide) – Mobby Dick

Also Liverpool – das hier in Nova Scotia ist mal so ziemlich tot. Selbst nen Kaffee haben wir nicht bekommen, wollten wir nicht auf die üblichen Ketten – allen voran Tim Hortons zurückgreifen.

Also auf in den Kejmkujik National Park – eine schöne Runde wandern. Teilweise waren die Stege vom Sturm weggefegt und die Warnschilder bzgl. der hohen Wellen ließen einen Glauben schenken, wenn man sah, wie weit das Strandgut ins Land gefegt wurde.



In Shourmout Halt gemacht und dort im Seadog Pub sogar ein veganes Essen gefunden – zzgl. einer Menge French Fries… ich liebe sie halt. Im Ort, der über viele historische Gebäude verfügt, wurde gerade eine Neuverfassung von Mobby Dick zu Ende gedreht. Die Kulissen und die mit Absicht mit Schlamm aufgeschütteten Straßen durften wir genießen.

Die alte Dame – Mutter von 7 Kindern, verheiratet mit einem Mann aus der Navy, die Zigarette rauchend mit uns aus ihrem Auto raus plauderte, erzählte wie sie Bier (the beer in the huge glasses) und „Snaps“ (they told us we have to drink that) auf dem Münchner Oktoberfest getrunken hat. Man konnte sich bei der regen, wenn auch deutlich gelebten, älteren Dame durchaus vorstellen, dass ihr das gefallen hat.

Auf der Wanderung gab es zwei wilde Tiere. Das eine war eindeutig ein Stachelschwein, das hier mutet auch wie eins an, war aber durchgäng braun. Süss die kleinen Dinger, wir haben aber ausreichend Sicherheitsabstand gelassen.



Clyde-River – Darlings Lake oder viel Gegend und große Kürbisse

Ein Morgenlauf: 4km am Clyde River lang bei Temperaturen gerade über 0°C und aufgehender Sonne. Herz, was willst Du mehr.



Tagsüber gibt es viel Gegend mit Eindrücken, die an schlechte und gute amerikanische Filme erinnern. Es kommt einem so unwirklich vor. Alles für Thanksgiving und Halloween schon geschmückt. Kürbisse, wohin das Auge reicht und dann auf einmal DAS!!! Steht da einfach so am Rand rum. Wir hören später, als der Besitzer des Autos und Kürbis nicht ganz ohne Stolz des Weges kommt, dass es angeblich der viertgrößte Kürbis in Amerika sein soll. Wie auch immer, ich find ihn ziemlich groß.



Dann gibt es viele Kirchen (heute ist Sonntag und vor allem die Baptistischen Gemeinden sind hier gut besucht), einige Leuchttürme und viel Gegend.



Abends auf dem Campground empfangen uns schon feiernde Canadier. Deren Playlist von Elvis über Sweet Home Alabama gefällt mir gut.

Es wird gekocht, es wird der Ausblick genossen und nun ist wieder Feierabend.



Thanksgiving – Feiertag

Heute ist Thanksgiving in Canada. Die Familien sitzen zusammen überm Truthahn. So ist auch alles wie leergefegt. Cafés sind geschlossen. Wir sehen einen Felsen, der eigentlich so nicht halten kann. Wir sehen die älteste Straße Canadas, wir sehen einen tollen Sonnenuntergang und vieles, was sich auf Bildern einfach nicht festhalten lässt. Im übrigen sind wir das einzige Wohnmobil auf einem riesigen Campingplatz.

Kejimkujik National Park

Ich starte den Morgen wieder mit einem kleinen Lauf - ist es nicht eine schöne Stimmung?


Ich ziehe mich für die Wanderung im National Park an und greife zu einem Wanderhemd, das ich mir vor Jahren mal zugelegt und lange nicht mehr genutzt habe. Meine Güte, muss ich damals eine verschobene Sicht auf meine Größe gehabt haben. Das ist mind. mal zwei Nummern zu groß.

Ich freue mich, nach dem Frühstück in die ortsansässige "German Bakery" zu gehen. Hoffe auf schönes Sauerteigbrot und werde... enttäuscht. Nicht, dass es dort die gleiche Pampe gibt, wie überall hier. Nein, wir standen an der Verkaufstheke direkt in der Backstube. Mit deutscher Reinlichkeit hat das gar nix zu tun. Das Brot, das angeblich ohne Ei und Milch sein soll, bestelle ich mir (warum auch immer) trotzdem. Als der Bäcker das mit den nicht ganz reinlichen Händen hochnimmt, fliegt ein Schwarm Fruchtfliegen hoch. Das Brot wird zwar bezahlt aber auch direkt entsorgt. Bäh! Nicht nur wegen der Fliegen - es war einfach nur eklig und ich wurde den Anblick nicht mehr los.

Der Tag wird weitergeführt mit einer Wanderung im National Park. Wir schaffen es, genau die Regenlücke zu treffen - Glück muss man habe.


Mud Creek

So wurde Wolfville zuerst genannt. Ich weiß auch wieso. Nun ja, eigentlich hat es was mit den starken Gezeiten zu tun. Das Wasser, das man auf dem mittleren oberen Bild sieht, war nach 3 Stunden Wanderung aus der Bucht weg - die Gezeiten sind hier besonders ausgeprägt, was man auf manchen Fotos sehen kann. Man kann bei eingehender Flut sogar auf den Flutwellen Rafting betreiben. Mal schauen, ob wir das noch sehen werden. Bis jetzt sehen wir meistens Ebbe. ;-)

Die Wanderung war auf jeden Fall so matschig, dass wir nach 5km den Rückweg angetreten sind - das hatte aber wohl eher was mit den starken Regenfällen zu tun und weniger mit den Gezeiten. Die Ausblicke hätte es erst zum Schluß der Wanderung gegeben und darum fallen heute die Fotos auch spärlich aus, was nicht für einen schlechten Tag spricht. Nach der Wanderung gabs Stärkung in der Studentenstadt Wolfville in der Vegetarian Lunchbox. Mein Bester war begeistert;-) Ich hab mich jedenfalls mit Kuchen für 3 Tage eingedeckt, da ich mir das Chemiezeugs aus dem Supermarkt gern ersparen möchte.



Blomidon Provincial Park

Eine Wanderung im Blomidon Provincial Park zeigt uns noch mal die Stärke der Gezeiten, kalten Wind, einen riesigen verlassenen Campground und wunderschöne Aussichten. Das Bild unten rechts zeigt meine heutige morgendliche Joggingstrecke übern Campingplatz - 4 Runden = 4,2km. ;-) Mangels Handschuhe wurden angesichts der Kälte (es hatte nachts gefroren) Wandersocken (unbenutzte) über die Hände gestülpt.



Nach der Wanderung führte uns der Weg Richtung Truro noch mal durch Wolfville, wo ich mir dann in der Vegetarian Lunchbox noch mal 2 Chakra-Ballen (watt lecker) und einen Rhabarber-Muffin zulegen konnte. Mit Kaffee für auffe Hand gings dann durch gottverlassene Gegenden Richtung Truro zum nächsten der wenigen noch offenen Campingplätze.

Hier mal ein kleier Ausblick aus dem Auto. Möglicherweise ist das nur für uns interessant, weil wir wissen, wie es in der Realität aussah, für alle anderen grottenlangweilig. Aber Ihr könnt ja auf "Aus" klicken.



Waltnut Grove, Waltons oder wirklich im Hier und Jetzt?

Ich schrieb ja schon, dass einem die Gegend samt Häuser und Bewohner irgendwie unwirklich vorkommt. Ich fühle mich ständig zwischen "Meine kleine Farm", "Den Waltons", "Brücken am Fluss" und "Shining".

Unser Ausflug über "Five Islands" nach "Economy" und vielen anderen Häuseransammlungen ließ uns noch tiefer ins Nichts vordringen. Unser Abstecher zum Wasserfall, der uns 6km über sandige Piste ins Garnichts führte, ließ auch noch mal erahnen, in welcher Einsamkeit hier teilweise gelebt wird. Und dann ist Nova Scotia ja noch dicht besiedelt im Gegensatz, was wir in BC und Alberta schon gesehen haben. Hach, es ist immer wieder interessant und spannend.

Da ich vor ein paar Tagen ein wunderbares Kochbuch gekauft habe, dass ich bereits wie einen Roman lese und mich schon aufs Kochen freue, hab ich dann heute noch ein amerikanisch/europäisches Maß geschossen, damit ich mit Cups und Oz nicht ständig auf Kriegsfuß stehe.



Zurück nach Halifax und die schönen und komischen Seiten der "Zivilisation"

Heute gibt es wenig Bilder. Der Weg führte uns weg zurück nach Halifx. Morgen ist Abreise, wir wollen noch ein paar Sachen kaufen und dann müssen wir den Camper wieder rückgabefertig machen.

Aber erst wird noch der General Store festgehalten. Glaubt es mir, da ging es munter zu - hier wird wirklich eingekauft. Knappe 100km weiter ist dann Halifax und wir finden uns in einer Mall wieder - das Foto zeigt einen Teil des Food Court. Wir kennen das ja mittlerweile auch von großen neuen Einkaufszentren. Es war Mittagszeit und es war die Hölle los. Ich hatte die Hoffnung, ein paar vegetarische Sushi bekommen zu können - Fehlanzeige. Wir haben uns dann lieber entschieden zu warten und haben frühzeitig in Halifax im Wooden Monkey unsere Hauptmahlzeit zu uns genommen. Das Foto zeigt meinen Chickpea-Salad als Vorspeise. Die Hauptspeise (Stirfry Vegetables mit Tofu) hab ich nicht mehr fotografiert, weil sich mein Bester sich schämte. ;-) Aber es war wieder super lecker. Morgen noch mal Halifax erkunden, das Wohnmobil putzen und dann ist Ende des Urlaubs. Schön wars!



Der letzte Tag!
Kann ein letzter Urlaubstag besser starten als mit einem Lauf entlang an kleinen Buchten, bei knapp über Null Grad und aufgehender Sonne? Kann er? Kann er nicht!



Wir fahren noch mal vorbei an der Küsten, sehen Peggy's Cove und fahren weiter, weil der Leuchtturm voller Touristen belagert ist. Das liegt doch zu nah an Halifax, als dass es der Einsamkeit, die wir ansonsten erleben durften, gleichkommt. Die Rückfahrt bei deutlich schlechterem Wetter nutzen wir und finden die Ruhe für uns und unsere Fotos.

Von Halifax gibt es kaum Bilder - nicht so viel, was sich meiner Meinung nach zu zeigen lohnt. War ein schöner Tag mit schönem Abschluss und insgesamt ein toller Urlaub. Eine größere Auswahl an Fotos ist hier zu sehen: Klick

Donnerstag, 23. April 2009

Mallorca 2009

Tag 1 - Der frühe Vogel fängt den Wurm

2.00 Uhr - der Wecker klingelt aber natürlich liege ich schon 30 Minuten wach. Wie schafft meine innere Uhr das nur, egal wann ich aufstehen muss, mindestens mal ne halbe Stunde vorher die Knöppe aufzuhebeln. Aber egal, es geht in Urlaub, es geht nach Mallorca. Als wir uns um 3.30 Uhr am Flughafen einen Kaffee bestellen, reagieren wir erstaunt, dass um diese Uhrzeit bereits Alkohol (also Bier) getrunken wird. Nicht schon sondern noch, klärt uns die Bedienung auf. Klar, es gibt viele Menschen, die sich für die wenigen Stunden gar nicht erst ins Bett legen.

Um 7.30 Uhr fahren wir mit dem Mietwagen vom Flughafen weg und sind um 8.00 Uhr bereits in dem Ort Sineu, in dem wir uns ein Frühstück genehmigen und den Markt anschauen wollen. Für den Markt sind wir zu früh und können uns so mit Milchkaffee und Baguette bewaffnet vor dem Cafe sitzend dem Treiben der Marktleute zuschauen. Ein toller Urlaubsbeginn. Die Märkte - egal wo man hingeht - geben heute leider wenig her, was man wirklich kaufen kann oder will. Da unterscheidet sich der Markt auf Mallorca nicht von dem in der Toskana und wahrscheinlich auch nicht von dem in Köln-Nippes. Einzig in dem Bereich, in dem Obst und Gemüse verkauft wird, hab ich meinen Spass, sehe lila Möhren, grüne Tomaten und jede Menge andere leckere Sachen.

Insgesamt auf jeden Fall ein toller Urlaubsbeginn.


Gegen Mittag geht es dann ins Hotel und den Nachmittag verbringen wir mehr schlafend als alles andere. Auch das ist Erholung und angesichts meines Schlafverhaltens der letzten 2 Monate bin ich einfach um jede Minute so dankbar und froh.

Abends dann die große Wahl der Restaurants. Mallorca ist ja nun nicht gerade unbekannt für gutes Essen. Wir entscheiden uns für eine Tapas-Bar. Tolles Ambiente, leckeres Essen, leckerer Wein. Der in Blätterteig gebackene Ziegenkäse mit Pflaumensauce ist zum Reinlegen und die gebackenen Kartoffeln sowie die gebratenen Gemüse munden hervorragend. Der gute mallorquinische Wein tut seins noch dazu. Herrlisch!

Tag 2 - Entlang der Küste und Freiheit für die Seele!

Es dauert etwas, bis wir den Start der Wanderung gefunden haben und irren zwischen Fincas hin und her aber bereits wenige Meter auf dem endlich gefundenen Weg wird klar: Das wird eine besondere Wanderung. Ich kann und will gar nicht so viel drüber schreiben außer dass es sehr abwechslungsreich war, steile Küste, sanfte Wiesen, Blumen und türkisblaues Meer und weißer Sandstrand. 12 km reinstes Balsam für die Seele und einfach nur wunderwunderschön. Unglaublich, dass nur 20km von diesen einsamen und so schönen Orten sich Urlauber morgens um die Liege am Pool streiten. Aber Gott sei Dank tun sie das und lassen uns mit wenigen anderen Wanderern diese schöne Landschaft für uns.

Nach der Wanderung wird ein wenig im Schatten an unserem Pool (ohne Liegenkampf) relaxed und ein paar Fotos vom Hotel gemacht.

Und gleich gehts vielleicht wieder in eine Tapas-Bar?

Tag 3 - Mein Essen gehört mir!

Welchen Grund gibt es, das Weleda-Zitrus-Erfrischungsduschzeug in die Minibar zu packen? Wenn es kleine Ameisen gibt, die genau das Zeug besonders lecker finden. Schnell gemerkt, alle anderen Kosmetika werden verschmäht und all die kleinen Ameischen waren auch schnell wieder verschwunden.

Heute morgen möchte ich den Rucksack für die Wanderung packen. Der steht seit gestern direkt an der Heizung. Ich greife beherzt zu und fange in dem Moment hysterisch an zu quicken. Uns waren aus der Verpackung ein paar Gebäckstangen in den Rucksack gefallen. Beim Aufräumen waren mir 3 Stück entwischt. Das hatten sich bei den Ameisen wohl ziemlich schnell rumgesprochen und man feierte zu Hunderten eine Party zwischen Regenjacke, Blasenpflaster und Gebäckstangen.

Nicht ganz so schlau war dann meine Reaktion, mitten im Zimmer den kompletten Rucksack auszukippen. Die gerade noch in Party-Laune befindlichen Ameisten strebten dann nach allen Seiten davon - in meine Schuhe, Richtung Bett usw. Die Viecher sind so klein, die bekommt man dann noch nicht mal zertreten. Da half dann nur das beherzte Sprayen der Putzfrau - die kennen sich hier damit aus.

Die Gebäckstangen liegen 3m weiter offen auf einem Tisch - bis dahin haben es die Ameisen nicht geschafft. Aber scheinbar gibt es eine Maueröffnung an der Heizung, hinter der sie sich befinden und der Weg war ihnen nicht zu weit. Gut, haben wir gelernt.

Unsere Wanderung rund um einen alten Wachtum gegen Piraten war wieder wunderschön, wunderwarm und wunderholprig über die Felsen. Für die Läufer unter den Lesern hab ich ein Bildchen mit eingebaut. Die drei Damen kamen uns in der Mittagshitze entgegen. Da kam bei mir noch nicht mal Neid auf, das war viel zu warm.


Wer findet hier das zweite Schaf?


Tag 4 - Bergisches Land am Kloster

Laufschuhe an, Klassik auf die Ohren und dann ab in die Mallorquinische Landschaft. OK, es sind immer noch nur 3km aber an alle Profis da draußen und an alle, die möglicherweise verzweifeln, weil sie keine großen Umfänge machen können: 3km können einfach toll sein. Mir haben sie wirklich gereicht, um mir einen schönen Start in den Morgen zu gönnen und jetzt muss ich noch schauen, dass ich von der Frühstücksdelegation nen Kaffee bekomme (hier gibt es nämlich Frühstück erst ab 8.30 Uhr, was für meinen Geschmack deutlich zu spät ist). Wenn ich den noch bekomme, dann kann es wohl keinen schöneren Morgen für mich geben.

Heute gibt es bedeckten Himmel, nicht schlecht für Wanderer.

Es gibt eine Tour über drei Kloster - diesmal ab von der Küste im Landesinneren.

Wir sind nicht alleine und teilen uns die Strecke mit einer ganzen Menge Rennradfahrer, die die Serpentinen zum Kloster hochfahren - beachtlich. Gott sei Dank gehen die Wanderwege immer abseits von der normalen Fahrstraße - wenn die Radfahrer nämlich abwärts düsen, möchte ich denen nicht in die Quere kommen.

Beim 3. Kloster angekommen, macht sich dort gerade eine Truppe eines Männergesangvereins aus dem Bergischen Land auf die Socken. Zum Abschluss werden uns noch 3 Lieder geträllert, La Montanara auf Mallorca, das hat schon was. ;-)

In La Figuera gibts die übliche Nach-Wander-Pause, damit wir auch mal ein "tpyisches" Fischerdorf gesehen haben.

Ach ja, noch zum Thema "Man spricht deutsch." Ich gebe zu, dass es mich allseits verunsichert, dass hier so selbstverständlich überall deutsch gesprochen wird, ich bin das in den meisten Urlauben nicht gewohnt und schätze es auch, zufrieden ein Essen bestellt und dann auch das bekommen zu haben, was ich vermutete. Hier natürlich nicht. Karte in deutsch, die meisten Bedienungen sprechen deutsch und ich weiß nie, ob ich das jetzt gut oder schlecht finden soll. Aber ist halt einfach so.

Ach ja, heute Abend gibt es Tapas. ;-)

Tag 5 - Fischerdorf und Fischerpfanne

Heute geht es ab in den Westen. Eine Wanderung zu einem Fischerdorf und zurück, an der Küste vorbei aber die meiste Zeit durch den Wald.

Das Dörfchen ist wirklich herzallerliebst, keine Hotels, nur zwei Restaurants und diese netten Fischerhütten. Nach einem Kaffee in einem der Restaurants entscheiden wir uns, den Weg zum Auto zurückzugehen und anschließend zu einem Mittagessen zurückzukommen. Das sollten wir nicht bereuen. Eine Fisch-Nudel-Pfanne wird wie eine Paella zubereitet und schmeckt vorzüglich. Einzig und allein diese kleinen Serpentinen hin und zurück belasten meinen Adrenalinspiegel sehr.

Beim Start der Wanderung war das Wetter sehr bedeckt, es tröpfelte sogar ein wenig - nach der Kaffepause kam dann die Sonne durch und es ist erstaunlich, wie sehr die Sonne doch anderes Licht auf die Bilder gibt.

Ach ja und speziell für einen Freund: So sieht eine Tapas-Bar aus.

Tag 6 - Palma ganz nass!

Heute mal keine Wanderung, heute steht Palma auf dem Programm. Es könnte regnen aber das ist uns ja egal. Wie man auf dem Foto der Kathedrale sieht, beginnen wir mit strahlend blauem Himmel. Das ändert sich schnell. wir stapfen durch die Gassen der Altstadt und es fängt an zu tröpfeln. Als es dann so richtig gießt, sind wir so weit von Lokalen und vor allen Dingen vom Auto mit unseren Regenjacken weg, dass wir einmal schön durchnässt sind. So viele Fotos gibt es also von Palma nicht und ich denke, wir sollten die Stadt bei einem nächsten Besuch der Insel noch mal unter die Lupe nehmen - dafür aber schöne Fotos von uns als begossene Pudel

Abends gab es eine sowas von leckere Paella - göttlich. Man muss hier nur damit klar kommen, dass man in Lokalen sehr einsam ist. Es ist doch verhältnismässig wenig los.

Tag 7 - ein verlassenes Kloster, doch der richtige Weg und ein verloren gegangener Dackel!

Der letzte Tag des Urlaubes bricht an und damit steht auch die letzte Wanderung bevor. Am westlichsten Ende von Mallorca starten wir, um ein verlassenes Kloster zu erwandern.

Die Tour ist als leicht angegeben, was sich aus meiner Sicht als falsch aber schön herausstellt. Nachdem wir ganz sicher sind, uns verlaufen zu haben, klettern wir uns an einem Wanderweg einen Felsen empor. Den Weg hätten wir so wahrscheinlich nie gewählt, haben es aber nicht bereut.

Wir finden das verlassene Kloster und erkennen, dass wir doch den richtigen Weg gefunden haben. Es gibt einen wunderbaren Blick auf die vorgelagerte Insel Sa Dragonera und einmal müssen wir noch den Berg hoch, um dann in Serpentinen abwärts zu gehen (für meinen Geschmack anstrengender als Berg hoch). Ein Dackel und anschließend zwei deutsche Wanderinnen kommen uns entgegen, ungefähr 1km später eine zweite Frau, die uns auf deutsch anspricht und nach Sichtung des Dackels fragt. Ja, haben wir gesehen - ist mit zwei Wanderinnen unterwegs. Die Frau (ca. Mitte 60 - hochroter Kopf voller Anstrengung) flucht, dass es ihr Dackel ist, den die beiden Damen einfach von ihrer Finca aus mitgenommen haben. Wir sind mit ihr erbost und sie stapft weiter aufwärts - insgesamt ca. 3km aufwärts und 3,5 gesamt - eine Strecke - um den Dackel einzusammeln. Sachen gibts.


Ein kühles Bier erwartet uns in Sant Elm und ich belohne mich mit einem Stück Apfelkuchen. Nun ist eine wunderbare Woche vorbei, wir werden heute Abend noch ein letztes Mal Tapas essen und eins steht auf jeden Fall fest. Mallorca wird uns wieder sehen - es gibt noch viel zu entdecken und viel zu erwandern.