Sonntag, 19. Mai 2013

Irland zum Zweiten!

Es war ein so schöner, erholsamer Urlaub im letzten Jahr in Irland. So schön, dass er dieses Jahr nochmal wiederholt wird – also nicht der gleiche Urlaub, das geht ja nicht. Andere Route natürlich, andere Ecken aber auch eine Wiederholung.

Normalerweise fängt ein Urlaub so an, dass man schon lange darauf hinfiebert, Reiserouten ausarbeitet und sich einfach der Vorfreude ergibt, die ja bekanntlich die schönste Freude sein soll. Das war in diesem Jahr anders. Angefangen mit beruflichen Dingen, die nur Zeit dafür ließen, irgendwie das Nötigste zu schaffen, bevor man sich in die freien Tage begibt. Den Tag vor der Abreise genossen wir dann im Warteraum der Notfallambulanz eines auf Orthopädie ausgerichteten Krankenhauses, weil die Osteopathin es zu gut gemeint hat und – wie sich dann rausstellte – bei ihren Einrenkungsversuchen Blutergüsse im Muskel und heftigst kontrahierte Muskeln im gesamten Brustraum meines Lebens- und Reisebegleiters hinterlassen hatte.

Ich bin ja nicht pingelig aber atmen sollte er schon können, wenn er mit mir in Urlaub fährt. Das Schleppen der Taschen kann ich dann schon gerne übernehmen. Mit der Nachricht, dass nichts gebrochen ist, konnten wir also dann zumindest den Flug nehmen.

10.05.2013 Die Route startet am Dubliner Flughafen und da uns die Stadt im letzten Jahr nicht von ihrer schönsten Seite gezeigt hat, umfuhren wir sie großzügig Richtung Cork, um im ersten gebuchten B&B in Midleton zu landen. Klingt wie eine Prinzessin, ist es aber nicht. Auf die Gefahr hin, dass dem geneigten Leser der Reisebericht zu negativ startet… es wird besser. Als Zweckoptimistin kann ich mir ja schon viel Schöndenken aber manches geht dann halt nicht.

Ich fall ja immer mal wieder drauf rein. Bewertungen bei Tripadvisor sind so viel wert wie die Unschuldigkeitsbezeugungen von Bankern an der Wirtschaftskrise. Das so hochgelobte B&B entpuppte sich als einigermaßen runterkommenes Haus, das ehemals ganz nett war dem aber Sorgfalt und vor allen Dingen Putzlappen die letzte Zeit fehlten. Was Sauberkeit in Bädern und Küchen angeht, da kenn ich nix. Ich will nicht die Reste der Zahnpasta vom Vorbewohner finden und schon gar nicht von den 20 vor mir. Auf weitere Details geh ich nicht ein. Wir waren froh, die eigenen Handtücher eingepackt zu haben, weil Haare anderer Leute muss ich mir mit so nem Teil nicht noch über den Körper verteilen. Und so schliefen oder wachten wir eine Nacht im schlechten Bett.

Auch der Fußmarsch durch Midleton war jetzt nicht wirklich auf den ersten Blick etwas, das unser Herz springen ließ. So kommt es auch zum ersten Urlaubsfoto… der Lack ist aber oder hinterlässt die Krise so ihre Spuren?


 Aber es gibt doch nichts, über das man nicht mit einem 12 Jahre alten Jameson Whiskey hinwegtrösten könnte, oder? Zumal dieser hier in der Stadt gebraut wird.


 Auch kulinarisch können wir uns mal überhaupt nicht beschweren. Wir entdeckten das Sage etwas versteckt, das sich modern und hell präsentierte. Keine Karte, die man sich Draußen schon anschauen konnte aber wir haben nichts bereut. Der Modus schaltete sich für mich auf Vegetarisch um, Vegan – das hab ich im letzten Jahr schon festgestellt – ist im Land der Milch nicht ganz einfach. Mein Deal, um gesellschaftstauglich zu bleiben – schließlich lebe ich mit einem Omnivoren zusammen – so viel vegan wie es geht, geht es nicht, dann halt vegetarisch.
Die 2 Gänge, die ihr Geld wirklich wert waren, waren ungewohnt mächtig für mich, obwohl jetzt gar nicht sooo viel Käse/Butter o.ä. angebracht war aber ich musste am nächsten Morgen zu nem Lauf aufbrechen, aus dem dieses Foto resultiert und der mich an sich auch mit dem Örtchen wieder etwas versöhnt hat. Die ganz normalen irisichen Reihenhäuser, die mich immer sehr faszinieren. Ich mag/kann mir gar nicht vorstellen, wie hier früher ganze Familien gewohnt haben. Aber diverse Bücher, die ich im letzten Jahr gelesen habe, zeigen ein Bild des damaligen Armenhauses von Europa.


11.05.2013 Am nächsten Morgen Besichtigung der Jameson-Brennerei, zumindest das, was man ohne Führung zu sehen bekommt. Sehr hübsch arrangiert und Gebäude und drapierte Fässer laden zur Knipserei ein.




Einen Crested Ten für die Reise gekauft und ab Richtung Castletownbere am Ring of Beara, in dem unser Cottage für die erste Woche wartet. Diesmal nicht ganz so romantisch, wie die Jahre davor in Schottland und Irland aber der Ring of Beara ist nicht ganz so touristisch überlaufen, dass es einfach an guten Angeboten mangelt.
 
Nach dem Motto, der Weg ist das Ziel, gab es natürlich das obligatorisch irisch-schottische Ridlberg-Picknick mit fertigem (veganen) Salat aus dem Supermarkt, Brot und einem Glas Wein.
Lange konnten wir hier nicht sitzen, so stark war der Sturm. Wir haben uns dann schlussendlich in den Schutz unseres  Autos zurückgezogen.


Unverwöhnt von der ersten Destination gab es von mir unterwegs schon diverse Juchzer über nette Örtchen und auch Castletownbere empfing und zwar stürmig aber durchaus lieblich als Fischerort mit netten Häuschen, Pubs, Geschäften usw.  Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich mir kurz vor der Reise eine neue Spiegelreflexkamera und ein neues Bildbearbeitungsprogramm (Danke Ralph;-)) zugelegt hab und Ihr Zeuge meiner neuen Erkenntnisse werdet. Dieses Fischernetz werde ich wohl noch etwas häufiger unter die Lupe nehmen.


Ich bin das Kind meiner Eltern und die reisen nicht umsonst schon seit Jahren mit dem Wohnwagen. Unter anderem – ich unterstell das mal so – hat es was mit der Pingeligkeit meiner Mutter zu tun. Und so gibt es auch bei mir JEDES mal schlechte Laune, wenn ich ein Ferienhaus übernehme und erstmal den groben Dreck meiner Vorbewohner beiseite räumen muss. Da ich mit dem Wohnwagen aber nicht nach Irland oder Schottland reisen möchte, muss ich das wohl in Kauf nehmen. Unser Haus ist hübsch, direkt am Wasser gelegen, modern mit einer riesen Küche, 3 Schlafzimmern und 4 (in Worten: vier) Bädern. Wär nur schön, wenns auch sauber wäre. Aber was solls.. erstmal alles, was man so in der Küche braucht spülen und dann geht’s schon.

Abends noch auf ein Bierchen und Wlan ins MacCarthy’s Bar. Nun, das ist auf einem Foto nicht festzuhalten. Man liest, dass es das Wohnzimmer der örtlichen Bevölkerung ist – indeed! Hier turnen Kindern zwischen Eltern und Großeltern rum, man trinkt Bier und Whiskey und wenn man dann noch ne Suppe oder Dosenfleisch braucht, kann man das auch direkt mit nach Hause nehmen. Sehr ursprünglich aber nicht ursprünglich genug, als dass wir hier essen wollen. Wozu hab ich auch schon die Teller im Ferienhaus gespült.


12.05.2013 Da sich mein Bester immer noch mit Brustschmerzen übelster Art rumplagt und das Wetter auch sehr irisch ist, beschließen wir, erstmal die Drive-in-Sehenswürdigkeiten der Gegend zu bestauen und trotz Nieselregen und wirklich nur Anhalten und Knipsen, bin ich schon schwer begeistert, was hier auf der kurzen Strecke auf uns lauert.
Wer sollte es meinen… Schafe und ihre Exkremente natürlich, denen wir versuchen, beim Weg über die Wiese zu einem (nicht mehr wirklich gut erkennbaren) Steinfort auszuweichen. Aber Schafe sind immer so putzig, vor allen Dingen, wenn sie ne rote Kappe aufhaben.


Wenn man bedenkt, dass dieses Gemäuer über 3.000 Jahre alt ist, find ich es immer total faszinierend und erstarre vor Ehrfurcht. 


Aber nicht vor so viel Erfurcht, als dass ich nicht meinen Selbstauslöser an der neuen Kamera teste, funktioniert.


Die Iren sind ein gläubiges Volk… ob mir die Marie auch mal zur Hilfe eilt?


Doch… kurz darauf mit toller Aussicht, der rauen irischen Natur…


Natur und einem vergammelten, nicht ganz so kleinen Holzboot. Wie liebe ich es.


1.       Rommée-Spiel – 0:1 für mich

13.05.2013 Lauftag – na, das wird wohl putzig werden. 2,5 km auf der Landstraße hin und 2,5 km zurück. Wie so oft – getäuscht! Es gibt doch ein paar wenige Seitenstraßen, in die man einbiegen kann. Zwar sind die oft kurz aber ich seh eben deutlich mehr als reiner Asphalt und vorbeirauschende Autos. Wie z.B. den Schäfer, der seine Herde am frühen Morgen füttert. Der diesjährige Urlaubsbericht wird sehr bilderlastig, was in der Natur der Sache bzw. neuen Kamera liegt. Aber bei solchen Knipsereien greife ich dann doch noch mal auf die bewährten Collagen zurück. Also mein Lauf am frühen Morgen – es wurden 6 km mit Regen, kräftigem Wind und Spaß in den Backen, wie man im Rheinland zu sagen pflegt.


Unsere erste Wanderung starten wir vorsichtig (mal schauen, was beim Besten so geht) auf Bere Island direkt gegenüber. Die Aussagen zur Strecke schwanken von einem Plan über 4,5 zum anderen über 7km. Es werden in Wahrheit 6,6 km.
Die Fähre hier schippert uns rüber … vertrauenserweckend, oder?


Und kaum sind wir auf der andere Seite angelangt und haben den wirklich gut ausgeschilderten Wanderweg entdeckt, höre ich ein Trappeln und unser persönlicher Guide steht uns zur Seite. Es stand direkt außer Frage, dass er uns die ganze Strecke begleitet und wir hatten eine Menge Spaß mit dem Kerl. Er hätte sich lediglich das Wälzen im Kuhdung ersparen können. Das letzte Drittel wanderten wir mit einer sicheren Duftwolke um uns rum. Irgendwas hatte das Kerlchen an der Pfote und er humpelte häufig oder lief teilweise nur auf drei Beinen. Es tat seinem Spaß aber keinen Abbruch und er legte sicherlich die dreifache Strecke durch ständiges Hin- und Herlaufen zurück.


Auf allen Fotos ist das Fell noch schön weiß, bis man auf dem Foto unten rechts den bräunlich-grünen Fleck oben erahnen kann… ja.. aber ich muss ihn ja nicht baden.


Andere wilde Tiere gab es auch zu sehen… und Ginster, Ginster, Ginster… wunderhübsch.


Verlassene Häuser (kürzlich oder schon länger) findet man hier an jeder Ecke und kann sich bis zum Umfallen daran totfotografieren.


Und dann wieder Ginster und wunderschöne Ausblicke.


Kurz nach Entstehung dieses Fotos konnten wir von Norden kommend verdächtige Wolken sehen – das Wetter (oh, ich sprach noch gar nicht übers Wetter) ist irisch im Moment. Es wechselt zwischen Regen und Sonne ständig ab und es stürmt gewaltig. Nun, in dem Moment zog eine dicke Wolkenfront an uns vorbei und streifte uns nur. Das reichte aber, dass wir uns im Sturm kaum noch auf den Beinen halten konnten und kaum den Plastikschutz über die Kamera bekamen. 5 Minuten, dann war der Spuk vorbei und die Sonne kam wieder raus, stürmisch blieb es natürlich aber nicht ganz so heftig, wie vorher.


Die eine Stunde, die wir dann noch auf die Fähre warten durften, hat uns dann trotz Sonne etwas tiefgefroren. Außer einer Post (in der man auch Lebensmittel kaufen kann – wahrscheinlich kann man sich hier auch die Zähne untersuchen lassen oder wahlweise aus der Hand lesen lassen oder was man sonst so zum Leben noch braucht), gibt es an dem Fähranleger nichts, auch nichts zum Rein-/Unterstellen und es dauerte ein paar Stunden und mind. 2 Pint, bis uns wieder warm war.


14.05.2014 Weil es gestern ja schon so gut geklappt hat, heute noch mal mit der Fähre (aber anderer Ort) nach Bere Island rüber. Der Lighthouse Loop sollte es werden.
Auf der Fähre wettergegerbte Gesichter (und ich übe das Fotografieren, ohne dass andere es merken).


Bei der Abfahrt die großen Fangschiffe von Castletownbere.


Zum Shoppen am Hafen auf Bere Island.


Und der Lighthouse Loop heißt Lighthouse Loop… naaa… wegen des Leuchtturms natürlich.


Ich muss jetzt noch mal was zum Wetter sagen… also so, wie das hier auf dem Foto aussieht, was es nur, wenn wir wandernd unterwegs waren. Dazwischen gießt es aus grauen dicken Wolken. Müssen wir brav gewesen sein, dass wir das verdient haben.


Es waren 8,5km und es ging ziemlich bergauf – ich bin froh, dass Frank das geschafft hat. Das, was auch immer da kaputt ist, tut wohl noch immer sehr weg und bergauf ist nicht so ideal, lässt sich aber nun mal nicht vermeiden.
Ereignis des Tages: Wir waren wieder eine Stunde vor Fährabfahrt am Hafen – hier gab es wohl ein Café, das aber geschlossen hatte. Pünktlich kündigte sich der nächste Regenguss an und da die Fähre zwar unbesetzt aber offen war, haben wir uns auf sie geflüchtet. Das taten nach uns noch 4 andere Leute, die alle ziemlich doof aus der Wäsche schauten, als sich die Fähre auf einmal durch den starken Wind selbstständig machte. Da sie – allerdings nur an einem Tau – festgemacht war, schob sie sich nur um die Ecke, um an der nächsten Fähre anzuecken.  Der Kapitän durfte dann über die andere Fähre zu uns klettern und war augenscheinlich sehr begeistert. Also ohne Mannschaft auf ein Schiff zu gehen, ist nicht so eine gute Idee.

15.05.2013 Manchmal sieht man etwas, das so schön ist, dass es weder zu beschreiben noch zu fotografieren ist – so uns heute mal wieder geschehen. Also generell ist es hier ja schön aber das Auge gewöhnt sich doch daran, ein Phänomen des Wiederholungsurlaubes im Besonderen.
Wir wollen heute nur eine ganz kleine Tour machen, um uns Kraft für morgen zu sparen, schließlich ist mein Bester immer noch nicht fit.
Wir starten in Eyeries eine leichte 6km-Wanderung in diesem Ort, der einer der vielen Orte mit „Tidiest Town“-Auszeichnungen ist. Welche Mühe sich die Bewohner hier gegeben haben, ist daran zu erkennen, dass selbst nicht bewohnte und schon verfallene Häuser bunt angestrichen wurden.


Der Weg führt eine lange Strecke am Meer vorbei und überall natürlich wieder Schafe. Vielleicht lasse ich mich in meinem zweiten Leben als Schaffotografien ausbilden, ich hab so viel Spaß an den Tieren.


Die Sonne scheint, es regnet, die Sonne scheint… so in der Abwechslung und durch die steingemauerten Feldumrandungen müssen wir ca. alle 200m über eine Wanderleiter klettern. Ich hab sie nicht gezählt aber 20 waren es bestimmt.


Irgendwann müssen wir eine Abzweigung verpasst haben, ich mach es kurz, wir schleichen uns über ein Privatgrundstück zurück und kommen nach 7,5 km über die „Haupt“straße zurück nach Eyeries, das sich auch von der anderen Seite als wirklich aufgeräumt darstellt.


Wir beschließen dann, einen Teil des Ring of Beara zurückzufahren über Urhan Callihies und Cahermore und die Landschaft, die dort auf uns wartet, verschlägt uns echt die Sprache. Die Straße windet sich den Berg hoch und führt mitten durch ein Gehöft. Die kleinen Orte oder Häuseransammlungen schmiegen sich in die Berge und scheinen sich gemeinsam gegen den Wind zu stemmen, der hier rau weht. Ich äußere die Vermutung, dass hier ein Hollywood-Produzent am Werk war, um sich die perfekte Kulisse zu schaffen und man vergessen hat, die wieder abzubauen. Wir haben gar nicht erst versucht, es zu fotografieren.
Zurück in Castletownbere gibt’s ein Pint beim Tratitionspub McCarthys und wir können das schön Draußen in der Sonne genießen und das Treiben im Ort beobachten.


16.05.2013 Angesichts der Tatsache, dass wir morgen Großes vorhaben, wird heute nicht gewandert. Ich vergaß zu erwähnen, dass wir unseren Reiseführer zu Hause gelassen haben. Das ist im Moment noch nicht tragisch, da wir ja hier für die Gegend gut informiert sind aber die nächste Woche ist noch planlos bzw. nur die grobe Richtung ausgeguckt und so die ein oder andere Information über Touristenfallen, in die wir gerne reintappen, wären da schon angebracht. Da fragt man sich, wo die Leute hier ihre Bücher herbekommen. Ein verwegener irischer Geschäftsmann war sogar der Meinung, in seinem Leben noch nie einen Reiseführer von ganz Irland gesehen zu haben. Naja, hier in Reichweite bekommt man sowas nicht. Wir werden die nächste Nacht in Tralee sein und hoffen hier auf andere Erkenntnisse.
Wir lesen aber aus guter alter Tradition im Urlaub (fast) nur Bücher, die über oder in Irland handeln. Ganz passend im Moment – auch als Ersatz für den Reiseführer – ist das Buch McCarthy’s Bar von Pete McCarthy. Wer auf das obige Foto schaut und hier auf das Foto des Cover wird eine ziemliche Ähnlichkeit feststellen. McCarthy ist britischer Journalist mit irischen Wurzeln und er reist auf der Spur seiner Kindheit und der irischen Gene genau durch die Gegend, durch die wir bis jetzt gefahren sind oder noch fahren. Einer seiner Grundsätze beim Reisen lautet: Nie an einer Bar vorbei gehen, die wie man selbst heißt, so landet er schließlich auch in Castletownbere in der McCarthy’s Bar und wird in die Familie aufgenommen. Er beschreibt auf humorvolle Art (im Original bestimmt noch besser zu lesen) die Eigenarten der Iren aber auch der Touristen, denen er begegnet. Wir Deutschen kommen dabei nicht gut weg und er hält mir ganz schön den Spiegel vor. OK… ich gebe mir seit Jacky meiner britische Englischlehrerin immer extrem viel Mühe mit Höflichkeit in der Sprache und hoffe, auch sonst ein freundlicher Mensch zu sein aber was das Thema Pünktlichkeit und Sauberkeit angeht, versteh ich echt keinen Spaß.
Aber darauf will ich nicht hinaus – in McCarthy’s Bar, die auch für uns in dieser Woche zum Wohnzimmer geworden ist – laufen Möpse rum, wie auch einer auf dem Buchcover zu sehen ist. Der Mops auf dem Cover ist der Großonkel von diesem Fotomodel, das in der Tat schwierig in Szene zu setzen war.


Ausnahmsweise waren wir mal abends im McCarthy‘s, da wir den WLan-Anschluss für die Buchung der nächsten B&;B benötigen und eine amerikanische Reisegruppe stürmte zum Leidwesen der Dorfbewohner und auch unserer Ruhe die kleine Bar. Vorbei war es mit der Wohnzimmergemütlichkeit und ja Mr. McCarthy: Sie haben ja so recht.. Aber als wir die Bar verließen, war die Straße in der Abenddämmerung mal leer und sehr hübsch anzusehen.


Und dieses Foto konnte ich dann noch kurz vor Sonnenuntergang bei uns am Haus schießen. Schön das.


17.05.2013 Der Tag fängt so schön an, wie der letzte aufgehört hat. Meine letzte Laufrunde hier in Castletownbere, wobei Runde wohl das falsche Wort ist – diesmal geht es die Hauptstraße 2km in die andere Richtung, um dann auf den Golf- und Campingplatz abzubiegen. Beides strahlt in der frühen Morgensonne, es scheint ein schöner sonniger Tag zu werden.


Nun schnell gefrühstückt, Rucksack gepackt, es heißt um 9.00 Uhr an der Cable Car zu Dursey Island zu sein. Dursey Island ist der letzte Zipfel am Ring von Beara und nur mit einer Seilbahn zu erreichen (Baujahr 1969). Mit dieser Seilbahn werden sowohl die Bewohner/Besucher als auch das Vieh auf die Insel transportiert. Auf der Insel wohnen irgendwas zwischen 5 und 15 Personen, so genau konnten wir es nicht rausfinden und sie verfügt über eine Wanderstrecke von 14km. Diese Wanderung ist mit ein Grund, warum wir hier die Ecke aufgesucht haben, wollten wir sie doch schon im letzten Jahr gehen aber es war einfach zu weit von der Route weg. Nun stand/steht in den Sternen, ob mein Bester die Tour schaffen kann. Aber erstmal müssen wir überhaupt lebend rüberkommen.
Die rostigen Träger der Seilbahn tragen nicht gerade zum Vertrauen bei. Der Boden aus Holzdielen, durch die man 25m runter in den Atlantik schauen kann, auch nicht. Ob da die Psalme, die an die Innenseite der Gondel geheftet wurden oder die Flasche mit dem Weihwasser helfen, mag ich nicht sagen. Mir sagt deutsche Ingenieurskunst und der TÜV eigentlich mehr zu.



Dass nun aber die Zeilen hier zu lesen sind, lässt vermuten, dass wir es überlebt haben.
Die Wanderung ist ein Traum, das Wetter auch. Aussichten bis zum Umfallen, Schafe ohne Ende und eine Ruhe, die einfach unglaublich ist. Wenn man 6km die Insel langgegangen ist und dann nur noch durch Heide geht und man Hügel rauf und runterwandert und man nichts hört außer das Blöcken der Schafe oder ein paar aufgeregte Möwen und vor allen Dingen nichts mehr von menschlicher Zivilisation sieht außer ein paar aufgereihte Steine, dann ist es wirklich atemberaubend schön.

Ein paar Bilder, die möglicherweise nur ansatzweise die Schönheit und Ruhe wiedergeben können, die wir vorgefunden haben.
Diese hier fotografierten Hühner haben ein besonderes Heim. Neben dem noch bewohnten Haus steht das gleiche Haus in Verfallen, das gehört den Hühnern. Hier das Wohnzimmer der Hühner nebst eingefallener Treppe aber zumindest noch möbliert. In der guten Stube legen sie auf Strohballen ihre Eier.


An dieser Stelle waren wir etwas verwirrt. Wir können nur vermuten, dass es sich um einen Gag des Bauern handelt, der seinen Hof ca. 6km von der CableCar und auch ca. 4km von den anderen bewohnten Häusern weg hat und zu dem nur noch diese Fahrspur führt.


Genau wie dieses Schild zur vorgeschriebenen Fahrgeschwindigkeit. 100km/h fährt man hier nur einmal und danach fährt man nie wieder.


Fast am Ende der Insel blickt man auf 2 Felsklötze, von dem der hintere mit einem Leuchtturm und bestückt ist.


Und nur noch Wiese und Schafe.


Nach erfolgreicher „Berg“ersteigung


Es war ein Traum in grün und blau. Die Sonne hat uns mal wieder mehr zugesetzt als wir uns haben vorstellen können.
Zurück an der Seilbahn müssen wir noch ne knappe Stunde warten, bis sie wieder ihren Dienst aufnimmt. In der Gondel treffen wir auf ein österreichisches und ein amerikanisches Pärchen. Das amerikanische war vor ein paar Tagen mit uns auf der Fähre als diese sich selbstständig machte und wir hofften, das gleiches nicht mit der Gondel passiert. Es gab nen netten Plausch mit viel Respekt für die Baukunst der Iren bei Seilbahnen und insgeheim atmeten wir wohl alle wieder auf, wohlbehalten am Festland angekommen zu sein. Wobei die Rückfahrt über die engen Straßen nicht minder gefährlich ist. Der Ire an sich ist sehr optimistisch, was das Reaktionsvermögen der anderen Straßenteilnehmer angeht. Jetzt aber schnell ins McCarthy’s – wir haben uns ein Pint verdient.

PS: Hier gibts einen netten Bericht auf Spiegel Online zu der Seilbahn und der EU. Klick

18.05.2013 Unsere Woche auf Baera (sagt man auf??) geht zu Ende und wir fahren den Rest des noch nicht gesehenen Ring of Beara mit dem Auto ab. McCarthy meint, wem die Worte zur Beschreibung einer schönen Landschaft fehlen, der sei schlichtweg zu faul, nach den richtigen Worten zu suchen. Ok... dann bin ich halt faul. Fotos gibts auch kaum nur hier von einem mal wieder verfallenen Kirchlein.



Die Ankunft in Tralee erwischt uns eiskalt. Nicht wegen des Wetters sondern wegen der Stadt. Zwar versöhne ich mich am nächsten Morgen beim Lauf auch mit diesem Ort aber hier muss ich nicht wirklich wieder hin. Aber unser B&B Castelmorris war wirklich hübsch. Hier ein paar wenige Fotos aus dem Ort ohne diesen zu erkennen.





19.05.2013 Wie gesagt, der Lauf verwöhnte mich wieder etwas. 8km durch die Stadt, deren Park (sehr hübsch) und am einem Bachlauf entlang. Morgens früh ist die Welt einfach friedlicher. Ach ja... einen Reiseführer konnten wir in Tralee finden, vielleicht sollten wir damit noch mal zurück nach Beara fahren und dem Mann unter die Nase halten, der meinte, es gäbe keine Reiseführer für ganz Irland... hihi... ich vermute, er bezog das jetzt nicht auf die Republik.


Dem Reiseführer haben wir zu verdanken, dass wir eine andere Tour Richtung unserer nächsten Station, nämlich Dingle, fahren und an diesem wunderhübschen 6km langen Strand vorbei kommen. Man kann mit dem Auto über den ganzen Strand fahren - dass es sowas noch gibt. Gut find ichs nicht aber schwupps stehen auch wir mit dem Auto auf dem Sand.


Und ich glaube hier leben all die glücklichen Kerry-Kühe, die man in der Werbung immer sieht.


Dingle, hübsch, bunt mit vielen Kneipen und Cafés.


Aber auch ner Menge Rost am Hafen.


Und das "McCarthys" von Dingle heißt Dick Mack's. Hardware-Dealer und Bar in einem. Morgen werden wir uns das anschauen. Ich vermute aber, dass die Läden hier (es gibt mehrere dieser alten Shops/Bars in einem in Dingle), nur für die Touristen noch am Leben gehalten werden.


20.05.2013 Was ist das so nass da Draußen? Was hängen da für dicke Wolken? Haben wir nicht bestellt, nehmen wir aber. Wir starten auf die Tour über die Halbinsel Dingle mit kleiner Wanderung. Wir sind so westlich in Europa, westlicher geht es nicht mehr - also geographisch gesehen. Die Gegend hier ist touristisch deutlich besser erschlossen als der Ring of Beara, was mich immer wieder irritiert, wenn z.B. Reisebusse über die wirklich engen Landstraßen fahren, die Touristen an bestimmten Punkten ausgespuckt werden, um im großen Pulk die tolle Natur zu genießen und dann wieder gemeinsam mit 30 weiteren Amerikanern (wahlweise Japanern) zum nächsten Essenspunkt zu fahren. Klingt böse, ist es auch.

Verlässlich ist aber, dass man auch hier nur mit ein paar Schritten dem Tumult entkommen kann. Mehr als 10m um den Bus wagen sich die meisten Touristen nicht in die Natur.

Zuerst gibts ein wenig Rumgeknipse am Strand. Gerade das bedeckte Wetter gibt schöne Atmosphären, finde ich.


 

Aufm Weg gibts noch Drive-In-Sehenswürdigkeiten. Der Bauer, der hier an seinem Haus 2 Euro Eintritt zur Besichtigung dieser alte Stein"häuser" nimmt, verdient hiermit sicherlich mehr als mit seinen Schafen, es sei ihm sehr vergönnt. Generell gibt es auf Dingle ne Menger historischer Dinge zu sehen, meistens touristengerecht portioniert. Wir machen um den Rest einen großen Bogen.


Die Wanderung Lúb na Cille ist nur 5km lang und geht am Atlantik vorbei und etwas in die Berge rein. Schafe überall, ach ne, erwähnte ich wohl schon mal.


Und auch wieder ein paar Wanderleitern.


Verfallene Häuser.


Blumen und Landschaften.


Verlassene und noch nicht ganz verfallene Häuser.


Und ein Pint im Dick Mack's. Wie schon vermutet, wird hier keine Hardware mehr verkauft aber man hat sich Mühe gegeben, die Atmosphäre zu erhalten. Schon urig. Und so verbleiben einfach nur noch ein paar Bilder vom Pub.





Zum Abendessen streifen wir suchend durch den Ort, um im Old Smokehouse unterzukommen. Es gibt viele Lokale, die noch nicht mal vegetarische Gerichte auf der Karte haben, also nicht ganz so einfach. Hier gibts Risotto, da gehen wir rein. Also, um es kurz zu machen, ich musste mein Essen nicht bezahlen, so angepi.... war ich. Mangels anderer veganer/vegetarischer Vorspeisen wurd mir ein gemischter Salat gebracht - gänzlich ohne Dressing. Das Risotto war eine Suppe aus Käse-Sahne mit Reis drin, der begleitende Salat trotz meiner vorherigen Beschwerde wieder ohne Dressing - ich hab echt nicht schlecht geschaut. Der Reis war separat gekocht und in die Pampe "geschmissen" worden. Das konnte ich daran merken, dass er teilweise noch in Klumpen aneinanderklebte. Ich habs das Meiste auf dem Teller bzw. in der Schale gelassen und war so sauer, dass die Kellnerin vorschlug, dass ich nicht bezahlen solle. Ok... Deal. Ich hätte zwar lieber bezahlt und lecker gegessen aber das war ne vernünftige Entscheidung seitens des Lokals.

21.05.2013 

6km morgendlicher Lauf mit der Aussicht? Wenn meine Wade nicht so arg krampfen würde (irgendwas ist ja immer), wärs noch schöner.


 Nach dem letzten Frühstück in Murphy's B&B in Dingle führt uns der Weg Richtung Kilkee. Wir möchten dort die Cliffs of Kilkee sehen und schauen, was die Halbinsel Loop Head noch so zu bieten hat. 

Wir nehmen als Weg von Dingle den Conor-Pass und damit den höchsten Pass in Irland mit 456m Höhe. Klingt nicht hoch, gibt aber eine tolle Aussicht in beide Richtungen - einmal Richtung Dingle und zum anderen in Richtung Brandon Bay. Hier hat die Eiszeit ganze Arbeit geleistet.


Schnell an Tralee vorbei, bloß nicht noch mal in die Stadt. ;-)) Wir nehmen die Abkürzung über den Shannon River - 20 Minuten Fährfahrt von Tarbert nach Killimer bei tollem Wetter.


In Kilkee angekommen, werden wir mit Kuchen und Kaffee im Nolan's B&B, in dem wir die nächsten 3 Tage wohnen werden. Große Zimmer, schön sauber und gutes Frühstück, da freut sich das ridlberg-Herz.

Kilkee als Ort an sich hat für deutsche Irland-Besucher wenig Charme. Es handelt sich um einen Ferienort für Strandgänger, der nur in den Monaten Juni bis August besucht ist. Im Moment gleicht er mehr einer Geisterstadt. Viele der Strandhäuser sind sehr in die Jahre gekommen. Die Lokalitäten im Ort haben häufig nur am Wochenende geöffnet. Beim Rundgang bekommen wir ein bisschen Beklemmungen, ob wir denn abends noch etwas zu essen bekommen.


Aber im Murphy Black's wurde wir arg verwöhnt und sind mit vollem Bauch ins Bett gefallen.

22.05.2013 Heute dürfen sie dran glauben, die Cliffs of Kilkee. Sie sind die kleinen Schwestern der sehr stark touristisch "erschlossenen" Cliffs of Moher, die wir im letzten Urlaub gesehen haben. Die Kilkee-Klippen sind nicht ganz so dramatisch aber trotzdem angsteinflößend genug. Mir jagen solche Naturschauspiele immer ein wenig Angst ein bzw. ich hab Respekt. Ich hab wie wild auf der Tour fotografiert und es viel schwer, einige wenige Fotos auszuwählen.

Außerdem ist auf den Fotos das Tosen des Meeres und der Wind eh nicht festzuhalten. Genau so wenig wie die glitschigen Klippen, deren Algenbewuchs rutschig wie Schmierseife war.

Hier klammern sich riesen Ansammlungen von Babymuscheln an die Felsen - wir waren zufällig bei Ebbe am Start und konnten so weit auf die Felsen klettern.


Das Meer, am Rand wirklich azurblau, schäumt und wuchtig und schlägt an die Felsen.


Und immer wieder (begehbare) Felsvorsprünge.


Und hier mal der Versuch, einen großen Bereich der Klippen zu zeigen.


Der Rückweg der knapp 10km langen Wanderung geht vorbei an Bauernhäusern und Kitsch as Kitsch can be.


Den Eingang nach Kilkee hab ich wohlweislich nicht fotografiert.

Ich glaub, heute treibst und noch mal zu Murphy Black's. Die vegetarische Lasagne muss ich ja noch probieren.

23.05.2013 Heute wollen wir uns die Halbinsel Headloop anschauen. Die ist nicht besonders groß. Ausgewiesene Wanderrouten sind nicht zu finden aber das macht nichts.

Der erste Stop ist in Carrigaholt mit kleinem Hafen. Diese Schiffe haben ihre beste Zeit wohl hinter sich.


Wahrscheinlich durften wir nicht hin, weil es auf Privatgelände liegt aber wir sind über Mauern und durch Kuhfladen gelaufen. Ich vermute, dass Carrigaholt Castle ist in den Sommermonaten zum Anschauen geöffnet.


Der Friedhof des Ortes lud zum Fotografieren ein. Immer wieder schön diese keltischen Grabsteine.


Am  Ende der Halbinsel gibt es einen Leuchtturm, der noch in Betrieb und nicht zu begehen ist aber rundrum kann man auf den Klippen laufen. Auf dem erste Foto sieht man es nur, wenn man es groß klickt....


 .. aber hier auf der nicht zugänglichen, weil unterbrochenen Klippe haben es sich ne Menge Vögel wohnlich eingerichtet.
 

Diese hier sahen aus der Ferne aus wie Pinguine, ich werd noch schauen, ob ich ne Info finde, um welche Vögel es sich hier handelt.


Und Blumen, überall Blumen...


Naja.. Klippen sind jetzt auch schon inflationär hier. :-)


Und der nächste Friedhof inkl. verfallener Kirche auf dem Weg.



Eine dieser Gruften war auf der Rückseite eingefallen und man konnte die Knochen bzw. Knöschelscher (ich mag diesen rheinischen Begriff so sehr) sehen. Macht sich scheinbar niemand die Mühe, das wieder zuzumauern. Interessant.

Darauf dann wieder ein Pint, würd ich mal sagen. 

Der Wind entwickelte sich gegen Abend zunehmend zum Sturm, was man diesem Bild hier keineswegs ansehen kann. 



24.05.2013 Unser Weg führt weg aus Dingle Richtung Ennis. Dort findet das alljährliche Irish Folk-Music-Festival Fleadh Nua statt. Wer in der Gegend ist, sollte sich das mal antun. In vielen Kneipen wird Tag und Nacht Musik gemacht. Es sind 2-3 Musiker angekündigt und es kommen so viele dazu, wie gerade Hocker im Pub noch zur Verfügung stehen. In einem Fall (Bild kommt später) waren es 18 gezählte Musiker, die so dicht gedrängt im Pub saßen und eine irre Musik machten. Wir hatten nur immer Sorge, dass die sich gegenseidig die Ohren mit den Bögen ausstechen.
Der Weg dorthin führte an der Quin Abbey vorbei, die eigentlich gar keine Abbey war aber so heißt. Ein Traum sag ich nur. Uns tägliches Picknick konnte im Schatten dieses imposanten Gebäudes stattfinden - so hat mans gern.


Ich hab so viel geknipst, das geht auf keine Kuhhaut. Deshalb belasse ich es mit einer Innen- und einer Außenaufnahme.



Oder doch noch eine... hier im Ganzen. :-)


Oh, gar keine Bilder vom Fleadh Nua? Wir sind zu müde und gehen früh ins Bett - aber wir sind ja 3 Tage hier.

25.05.2013 Das ist NICHT unser Picknick sondern scheinbar das Überbleibsel eine irischen Frühstücks am Lough Derg, genauer gesagt in Mountshannon, wo wir zu einer kleinen, leider nicht besonders attraktiven Wanderung aufbrechen.



Der Ort an sich ist aber sehr hübsch und mein Herzchen tanzt Tango, als ich den kleinen Markt der regionalen Bauern entdecke. Vor lauter Freude hab ich wohl das Fotografieren vergessen.


 Und dann abends endlich ins Brogan's, um uns die erste Session anzuhören.


Unglaublich, dass hier sogar eine Harfe hingeschleppt wird.


Wir geben nach einer Stunde auf, es ist unendlich voll, Samstag abend halt. Es war schön, reichte dann aber.

26.09.2013 Der Burren ist nicht weit und wir starten eine Rundtour durch fremde und bekannte Gegenden, teilweise im letzten Jahr schon besucht.

Und huch... schon wieder alte Steine, diesmal ist es das Leamanagh Castle, das nicht zugänglich aber von der Straße hübsch anzusehen war.


Hier sind 7 Esel versteckt, wer findet sie?


Und ein Bild der zwei Urlauber, speziell für eine vegane Heldin in Canada - aber das gehört hier nicht hin.


Burren... können Steine nicht schön sein? Über das Wetter brauch ich nix zu sagen, oder? Man sieht höchstens mal an den zerzauselten Haaren, dass es immer sehr windig ist und in TShirts (s.o.) sind wir nicht wirklich herumgelaufen, das war nur fürs Fotos.


In Ennis angekommen, ist Fleadh Nua in vollem Gange und auf dem Markplatz spielt Musik auf und es wird getanzt.




In unserem B&B (Railway View House, im übrigen sehr zu empfehlen) weilten auch 2 ältere Ladies aus den USA, die jeden Abend zum Tanz gingen und am nächste Morgen davon berichteten, sehr putzig.

Und... ja klar... abends dann wieder durch die Pubs. Letztendlich sind wir wieder im Brogan`s hängen geblieben.



Die Frau unten links im Bild fidelte immer haarscharf dem jungen Mann links neben ihr am Ohr vorbei. Ich hatte Verbandszeug schon griffbereit. :-)


27.08.2013 Zeit, Ennis zu verlassen. Die letzte Station soll auf halben Weg zu Dublin werden - es wird Portumna, auch am Lough Derg, ausgesucht, weil es dort in einem größeren Waldgebiet am See schöne Wanderstrecken geben soll.

Auf dem Weg dorthin... nun ja... Friedhöfe und verfallene Kirchen halt.


Im Wald dann vermooste Mauerreste, die zur Umfriedung des angrenzenden Portumna Castle gehören und früher mal die Picknick Area der feinen Herrschaften einzäunten.


Neben vielen Rehen, die aber immer zu schnell für die Fotos waren, gab es hübsche Aussichten auf das Lough Dergh und diesen Schwan.


Und belohnt wurden wir mit einem wunderhübschen Picknick-Bereich


Der nachmittägliche Spaziergang durch das nicht ganz so ansprechende Portumna hielt aber eine weitere Abbey für uns bereit, unbegreiflich schön und die Sonne tat ihres dazu.



Dagegen wird das Portumna Castle irgendwie so statisch. Es ist zu besichtigen aber nachdem wir in Schottland und Irland 2-3 Schlösser besichtigt haben, müssen wir das nun nicht mehr tun. :-)


Der Ort an sich hat trotz der schönen Lage schon bessere Tage gesehen und so schließt sich das Ende des Urlaubes an den Anfang an. "Come in, we're open" fällt mir zu dem Foto ein. Die Tür lange nicht mehr geöffnet, das Geschäft geschlossen und alles recht marode geworden.


Nun.. ist doch noch nicht Schluss, da der letzte morgendliche Lauf in Portumna so hübsch war. Hier ein paar Bilder und eine kleine Geschichte.

Die Sonne schien schon so schön und das übliche Grün und Blau leuchtete im Morgenlicht.

 Spielerei... ;-)


Und dann begegnete ich einer Herde junger Kühe hinter einer Steinmauer. Die Tiere waren unendlich neugierig, was ich da trieb aber auch unheimlich schreckhaft.


Hier starrt sich mich an, Muskeln angespannt, um jederzeit flüchten zu können.


Als ich mich an der Mauer ducke, kommt sie hinterher, um zu schauen, was ich da treibe. Klar... Foto machen, was sonst?


In dem Moment als ich aufstehe, schießt sie zu der Herde zurück und alle Kühe laufen neben mir her und springen wild, als ich meinen Lauf fortsetze. Zu putzig.

Und damit niemand denkt, es gäbe nur kaputte Kirchen in Irland, hier mal eine in Gänze. 



Die Bücher, die wir über Irland gelesen haben, waren zum großen Teil Tatsachenberichte von Reisen oder Geschichten, die Menschen aufgeschrieben haben. Es hat mir die Mentalität der Iren etwas näher gebracht und ich fand interessant zu lesen, dass der Smalltalk bei den Iren lt. der Bücher eine große Rolle spielt. Man fällt mit Bitten oder Fragen nicht mit der Tür ins Haus. In einer Geschichte saß ein Bauer beim Nachbarn im Haus und unterhielt sich 2 Stunden bei Tee und Whiskey bis der mit der Frage rausrückte, ob er eine Tasse Zucker haben kann. Sicherlich etwas überzogen und spielte auch vor langer Zeit aber in unterschiedlichen Büchern wiederholte sich diese "Eigenart" der Ire.

Es kann einem in Irland passieren, dass man einen wildfremden Menschen trifft, der es schafft, einem in 5 Minuten die ganze Lebensgeschichte zu erzählen und irgendwie ist es uns in der Art ein paarmal passiert. Z.B. die nette Frau, die vor uns an der Kasse stand und ganz aufgeregt war, weil sie einen thailändischen Kochkurs besucht hatte und nun die ganze Familie zum Testessen kam und dass sie in diesem Jahr in den Süden fliegen, weil der Winter so schlecht war und der Frühling auch und die Kinder alle erkältet sind und.... und... und.

Die Natur ist atemberraubend schön. Sie verändert sich beim Berreisen des Landes ständig und jede Art, ob grüne Wiesen, karge Gegenden, Wälder, Seen, Klippen. Alles ist wirklich wunderschön. Wir haben tolle Menschen getroffen, sehr gut und sehr schlecht gegessen.

Über die finanzielle Situation des Landes lässt sich nicht hinwegschauen. Viele leerstehende Geschäfte in den Städten und Dörfern, viele Bauruinen oder halbfertige Bauten, die noch zu Ruinen werden, wo augenscheinlich das Geld ausgegangen ist.

Trotzdem oder gerade deswegen: Ich kann wirklich jedem eine Reise ins Land empfehlen und auch wir werden bestimmt noch mal wiederkommen. Es gibt immer noch genug Ecken, die wir nicht gesehen haben.


PS: Der Bericht wird wahrscheinlich noch ein wenig geändert und ergänzt. Für heute reichts erstmal.