Donnerstag, 25. September 2014

USA - New York, Boston und Ostküste

05.09.2014

Na, das fängt ja gut an. Als der Kollege mit der Frage "Wie kommst Du den morgen zum Flughafen?" meine Urlaubsübergabe unterbricht, schwant mir Böses. Die Bahn streikt und trifft genau den Zeitpunkt, zu dem uns der Zug Richtung Frankfurt fahren soll. Kurz überlegt... eine so lange Fahrt möchten wir Niemandem zumuten. Also Leihwagen per WörldWeidWäp schnell reserviert und mit fliegenden Fahnen und ohne ordentliche Verabschiedung der Kollegen heim gedüst, um noch vor Schließung der Agentur den Wagen in Empfang zu nehmen. Hürde genommen.


06.09.2014

Zwischen dem letzten Urlaubseintrag und diesem liegt quasi ein ganzes Leben. Es geht um OPs und kritische Zeiten und wir haben lange überlegt, wo es uns angesichts der Geschichte hintreiben kann. Lange Flüge? Nicht so ideal. Wandern? Nicht machbar. Wärme? Unmöglich. Ich sehe einen Bericht über New York und da ist die Idee. Damit der Flug nicht so strapaziös wird, setzen wir unsere Meilen ein und upgraden auf Business. Das hört sich jetzt einfach an, war es aber nicht. Gelungen ist es Dank der Hilfe unseres Nachbarn und Reisebürobesitzers trotzdem und ich muss sagen, das ist schon mächtig komfortabel. Ich schaue mir u.a. die Muppets an und hab fast die Tränen in den Augen voller Vorfreude und Glück- nicht wegen des veganen Essens im Flieger und des Sekts vor dem Flug - sondern der Tatsache an solches. Wir fliegen gemeinsam in Urlaub und das ist Glück pur... so jetzt hörts auf mit dem emotionalen Gesäusel - ich muss aber an der Stelle zugeben, dass mich das während des Urlaubes häufiger überkommt bzw. dass ich mich einfach an vielen Dingen noch mehr erfreuen kann.



So ist die Strecke quasi im Flug vorbei und wir stehen in New York am JFK. Da stehen wir erstmal im wahrsten Sinne des Wortes lange, so schnell ist man ja nicht in die USA eingereist. Noch ist nichts von der Skyline zu sehen aber es sind 30°... hey, Wärme wollten wir doch nicht. Die Häuser von Queens ziehen an uns vorbei als wir mit dem Zug Richtung Downtown fahren und als wir in Manhattan die Bahn wechseln, schlägt uns Hitze und Gestank entgegen. Letzteres lässt uns die nächsten 3 Tage nicht mehr los. Ist in den USA (dazu später mehr) ja alles auf 18° runtergekühlt - ob man will oder nicht - schafft man es in der U-Bahn in New York nicht, es unter 30° zu kühlen. Wow...da steht man so mit vielen New Yorkern quasi angezogen in der Sauna - nur, dass in der Sauna die Leute scheinbar überall hinuriniert haben. Ne Vorstellung? Genau so war es.

Das Hotel direkt am Broadway ist schnell gefunden. Für den ersten Tag laufen wir einfach ein wenig durch die Straßen, bis zum Central Park - ab zum Times Square, lassen uns treiben und uns den Duft der großen weiten Welt (oder ist es Urin) durch die Nase wehen.





Ein erster Pub-Besuch im McGee's Pub - der angeblichen Location von How I Met Your Mother. Es ist bei unserem Hotel um die Ecke - ein Besuch lohnt sich nicht. Das Bier schmeckt komisch, das Pub hat keine schöne Atmosphäre und ruht sich wohl auf seinem Ruf aus.
07.09.2014

Ob das mit dem Lauf durch den Central Park was wird? Das hatte ich mir vorgenommen aber der Schmutz der Stadt am Vortag und die vielen "seltsamen" Leute haben mir Angst gemacht. Viele haben mich zu Hause gefragt: "Du willst alleine morgens im Central Park joggen? Hast Du da keine Angst?" In meinem jugendlichen Leichtsinn hab ich mit "nein geantwortet - jetzt seh ich das anders. 

Ich warte, bis es wirklich hell wird. Dann leg ich los und im Central Park sind alle Gedanken für die Katz. Ich laufe auf der Läuferautobahn. Morgens früh sind schon so viele Leute unterwegs, dass es den Eindruck hat, man ist auf einem offiziellen Lauf.  Mehr dazu findet sich auf dem Laufblog.
Ich habe keine Ratten gesehen (wie am Vortag) und rieche auch wenig Urin... das ist doch schon deutlich besser. Bei Starbucks nen Capu und nen Latte... und die Welt ist in Ordnung - aber sowas von.

Wieder lassen wir uns treiben - grob mit Richtung Central Station. Am Times Square sehe ich einen Imbisstand, der Fried Oreos verkauft - ich fass es nicht. Wir kommen zum Bryant Park - eine kleine Oase inmitten der Hochhäuser. Die aufgestellten Stühle und Tische gehören nicht zu einem Café, sie sind öffentlich. Das sollen wir häufiger sehen, nicht nur in New York. Und scheinbar werden die Sachen nicht geklaut.


Das ist der Zeitpunkt fürs Frühstück und wir genießen die Atmosphäre. 


 
Die Central Station ist atemberaubend. Und auf einer der Emporen ein Apple-Shop für die Fans - gut besucht natürlich. 



Nachem wir kreuz und quer gelaufen sind, gehts ab nach Soho - hier fällt insbesondere die hohe Modeldichte auf. Eine schöne als die andere. Macht sogar als Frau Spaß, sich das anzuschauen.


Es spült uns nach Chinatown und uns werden Taschen bzw. Uhren von Louis Vuitton, Rolex, Gucci  feilgeboten, wo man geht und steht - alles Original natürlich. Die haben ihre Vertriebskanäle auf die Straße verlegt. So viel Menschen, so viel ... Fischhändler, Kräuterhändler, Pillen und Pülverchen für alles und nichts - China halt. Wir erleben mit, wie ein Weißer im Auto und einer der Straßenhändler sich mächtig an die Köppe bekommen. Der Weiße steigt aus und ich fürchte schon um sein Leben. Als er nach starkem Wortgefecht (worum es geht, haben wir nicht mitbekommen) wieder im Auto ist, schlägt der Schwarze mit dem Ellbogen heftig gegens Auto - der Weiße flüchtet mit quietschenden Reifen. Uff...

Dann sind wir schon in Little Italy. 


Und wieder zurück in Soho..


Bei Starbucks kurz ne Kräftigung und nach dem Abendessen Ausschau halten. Bei BareBurger gibts "organic" und u.a. auch vegane Burger und das solls dann auch sein.

Der Tag ist aber noch nicht zu Ende. Auf dem Rockefeller Center erleben wir einen spektakulären Sonnenuntergang und wie das Licht an den Hochhäusern angeht. Hat ein wenig was davon, wenn der Weihnachtsbaum zum ersten mal angemacht wird. Wir sind überwältigt, zeitgleich mit vielen anderen, die ebenfalls zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sind.





Danach noch die Stimmung am Rockefeller Plaza aufnehmen und auf der 6th Ave einer Musikband lauschen - 9.00 Uhr sind wir fix und fertig im Hotel. Das war ein langer und vollgepackter Tag. 11,5km früh gelaufen und mindestens das Gleiche noch mal gegangen.. sicher mehr.


08.09.2014

Der Vortag mit den Kilometern in den Füßen fordert seinen Tribut. Da müssen wir heute etwas langsamer angehen lassen. Ground Zero ist das Ziel, das mit der Bahn erreicht wird. Wieder Sonne, Wärme & Co.

Wir erreichen das Denkmal und die Baustelle. Beeindruckende Gebäude, die entstanden sind und das Denkmal, das hier für die Verstorbenen des Anschlags errichtet wurde ist monumental - wie es in den USA halt so ist. Es ist seltsam, an diesem Ort zu stehen, der uns vor fast genau 13 Jahren alle so berührt und geschockt hat.




Den touristischen Pfaden folgend möchten wir mit einer normalen Fähre vorbei an der Freiheitsstatue. Irgendwie finden wir aber nicht das richtige Bötchen, was uns später zur Nutzung des Water Taxi führt und damit eine schöne Rundfahrt zur Brooklyn Bridge, vorbei an der Freiheitsstatue und Staten Island sowie einen super Blick auf die Skyline lässt. Das passt heute besser zu unseren müden Knochen. Diese Fahrt mit dem Water Taxi kann ich uneingeschränkt empfehlen. Man kann an mehreren Orten aus- und wieder einsteigen. Super, um einen schönen Überblick zu bekommen.





Zurück im Hotel ist mein Bester nur noch reif fürs Bett. Ich ziehe noch mal los... was gut ist, darf wiederholt werden, zum BareBurger (einer anderen Filiale) und streife dann noch mal über den Times Square und durch die Straßen.



09.09.2014
2. Lauf im Central Park. Der schon obligatorische Besuch beim gegenüberliegenden Starbucks wird ein Event. Die Musik wurde auf Clublautstärke gedreht, der Barista sang laut (und gut) Wanted Dead or Alive von Bon Jovi  - großartig. Die zur Arbeit hetzenden Leute schien es nicht zu stören - alle hatten Spaß an der Darstellung. Am Bryant Park noch mal ein Frühstück nehmen, ein wenig durch die Straßen ziehen. Das sollte es für den 3. Tag in New York sein.

Ich denke, wir haben alles, was man in der Kürze der Zeit sehen kann, gemacht. Sicherlich hätte man noch mehr, noch schneller sein können - aber wir versuchen immer, in Ruhe Dinge aufzunehmen. Lieber eine Stunde im Bryant Park sitzen als durch die Straßen zu hetzen.

12.00 Uhr auschecken und 14.00 Uhr das Auto abholen und den Weg raus aus Manhattan. So langsam ziehen die Vororte an uns vorbei. Wir haben uns für eine Fahrt hoch durchs Hudson Valley entschieden. Es soll dem Rheintal ähneln (wobei der Hudson deutlich breiter ist als der Rhein). Dort haben sich in frühren Jahren viele Leute mit Geld niedergelassen und große Herrenhäuser gebaut, die heutzutage zu besichtigen sind.

Hier kommen wir mal zu einem ständigen Gewissenskonflikt unserer Reisen. Wir planen nicht vor - immer nur das erste Hotel oder die erste Woche Cottage und beim Rest lassen wir uns treiben. Geht das auf oder wäre es besser, wenn wir den Weg und alles vorweg geplant hätten? Am Ende werden wir klüger sein.
Das Valley zeigt sich auf jeden Fall verschlossen. Man sieht quasi vor Bäumen den Wald bzw. das Valley nicht. Ich kann bestätigen, dass es wirklich schön ist - wirkliche Blicke konnte wir nur erhaschen, wenn wir nicht zum Fotografieren anhalten konnten. Z.B. auf einer riesigen Brücke über das Valley.

Bemerksenswert ist auf jeden Fall, wie schnell man doch den Armen der riesigen Stadt entkommt und völlig ländlich unterwegs ist - ohne natürlich vorher durch die wirklichen armen Vorstädte zu fahren.

In Hyde Park bekommen wir ein sauberes Motel und fühlen uns back to the 60ies.. sehr witzig das. Aber auf jeden Fall empfehlenswert - trotz oder wegen des alten Stils.



Die kleine Brauerei im Ort tut ihr Bestes, uns zu verwöhnen - gute Bier, leckeren Burger (ja schon wieder) und wir schlafen ruhig ohne den Lärm der Großstadt in unserem kleinen Minibett.

10.09.2014
 
Wieder Traumwetter (bzw. scheiß Hitze, wie mein Bester zu sagen pflegt). Der Morgen startet mit der Besichtigung des Geburts- und Lebenshauses von President Roosevelt. Interessantes zu Lernen, Interessantes zu Sehen.


Ich hab recht viel in den Innenräumen fotografiert aber es ist nicht wirklich sinnvoll, das zu zeigen. Schön find ich aber das Präsidententelefon an seinem Bett... irgendwann in den 1940er Jahren. Die Führung war wirklich informativ - und natürlich patriotisch... wie alles patriotisch in den USA ist.



Dieses Kunstwerk aus Originalteilen der Berliner Mauer ist dann etwas später dazu gekommen. Dahinter befindet sich die Bibliothek, in der heute mit allen Möglichkeiten der modernen Kunst das Leben und Wirken von FDR dargestellt wird - unbedingt besuchen, wer dort vorbei kommt.


In unserem Jeep gehts ab durch Rhinebeck durch die Berge nach Woodstock. Leider trifft das so gar nicht unsere Erwartungen. Recht runtergekommen, kein schönes Café, an dem man sich mal niederlassen kann. Schade für einen Ort, den praktisch jeder kennt.


Nachdem wir die Straßen durchstreift haben, fahren wir zurück nach Rhinebeck, das wirklich wunderhübsch ist - genießen Kaffee und Snack und fahren weiter entlang der Landstraße und des wunderhübschen Hudson Valley bis zur Hauptstadt des Staates New York, der Stadt Albany.
Die mag uns nicht und gibt uns keinen Schlafplatz - so viel zur Planung- die Fahrt geht zum Flughafen raus, Red Roof Hotel - bisher das Schlechteste auf der Reise und ein Abendessen beim Asiaten in einer typisch amerikanischen Einkaufsgegend. Nicht so prickelnd. So suchen wir fieberhaft nach einem bezahlbaren Hotel Nähe Boston - auf dass der nächste Abend netter wird. Nach Boston rein möchten wir nicht - nicht wieder in eine große Stadt und die Hotels sind dort auch nicht bezahlbar - 350 Dollar für eine Nacht für ein passables Hotel ist uns doch zu viel und nach Oben sind da keine Grenzen gesetzt.

11.09.2014

Schnell weg aus dem Red Roof und ab in die Innenstadt von Albany. Der Tag ist trübe und Regen ist angekündigt.

Es ist der 11. September - ein Tag, an dem in den USA die Flaggen auf Halbmast stehen. Mehr bekommen wir aber nicht mit.

Albany ist eigentlich ganz  nett aber so richtig kann es sich nicht für uns einnehmen. Liegt es am Wetter, liegt es am schlechten Hotel? Keine Ahnung... trotzdem ein paar Fotos... 



Riesige Regierungsgebäude - schließlich ist es die Hauptstadt vom Staat New York. Aber hauptsächlich wollte ich die Imbissbuden festhalten. Es geht bei mir halt immer ums Essen.


Die Fahnen überall auf Halbmast.


In den 1970er Jahren wurde hier der Empire State Park errichtet. Wer wissen will, was das für ein komisches Gebäude ist... bitteschön "The egg".


Es regnet tatsächlich - aber nur eine Stunde, die wir gerade als Pause in einem Pub sitzen. So kommen wir trocken wieder am Auto an und fahren Richtung Boston - bzw. in einen Außenbezirk von Boston, in dem wir ein bezahlbares Hotel gefunden haben. Ein gutes, wie sich herausstellt.

Hier mal ein kleiner Eindruck der Landschaft - ich hab wenige Fotos davon. Es ist einfach etwas anderes, ob man das durchwandert oder durchfährt. Ständig sehe ich tolle Ausblicke, schöne Häuser, skurrile Dinge aber wir bleiben eben nicht wegen allem wieder stehen.


12.09.2014

Wow... in unserem Hotel ist Frühstück mit inbegriffen - das Zimmer (wie hier auf dem Selfie zu erkennen ist) mit Schlafzimmer und Wohnzimmer ausgestattet - ein Suite also. Das hatten wir gar nicht erwartet. (Warum macht man Selfies, wenn man so grimmig daher schaut?)


Ok, so ein USA-Frühstück ist schon etwas gewöhnungsbedürfig. Ich finde für mich Bagel (keine Ahnung, ob die vegan sind), Erdnussbutter und Marmelade. Wer will, kann sich Waffeln backen oder eins von den vielfach gesehenen und nie für appetitlich erachteten Eiergerichten nehmen. Dazu gibt es wahlweise Frikadellen oder so etwas in der Art - buah... Aber ein Bagel und ein Kaffee. Das muss reichen.

Zur perfekten Zeit sind wir an der Bahnhaltestelle in North Bellerica. Dort parken wir das Auto, wollen wir uns den Stress nicht antun, nach Boston selbst reinzufahren. Entzückt freue ich mich über den Parkautomaten, so sehen doch bei uns Sparkästchen in Eckkneipen aus, oder? Inkl. der Schiebers, um das Geld oder die Münzen reinzudrücken.



Die Bahntickets werden von Mitarbeitern der Bahngesellschaft noch abgeknipst. Und so höre wir 40 Minuten das geklickere der Knipszangen - schön das. 

Boston - die Stadt umarmt uns direkt mit ihrem Charme. Rote Backsteinhäuser, buntes Treiben aber nicht zu eng und nicht zu schmutzig. Straßenmusiker an den markanten Plätzen, Gaukler, Rapper... was auch immer.

Wir marschieren den Trail of Freedom - im Boden eingelassene Bahn weist den Weg. Sehr praktisch, wenn wir dann auch mit vielen anderen den gleichen Weg gehen.






Toller Flair im italienischen Viertel - ein italienisches Restaurant reiht sich an das andere. Und hier werden sie alle aufgefangen, die Touristen. 



Am Ziel des Freedom Trail angekommen. dem Bunker Hill Monument.


Wir nehmen ein Bier im Cheers mit und plaudern mit netten Leuten aus Toronto - natürlich mit deutschen Wurzeln.

Hier mal eine Randbemerkung. Im östlichen Teil der USA (ja Toronto liegt in Canada, hat aber mit meiner Bemerkung jetzt nichts zu tun) sind die deutschen Wurzeln vieler Immigranten stärker spürbarer als wir das im Westen von Amerika gewohnt sind. Man sieht es an den Namen (Firmen, Grabsteine, Biersorten). Hier trinke ich ein Oktoberfestbier (auch wenn es nicht so aussieht) von Samuel Adams. Am liebsten hab ich aber das Lager der angeblich ältesten Biermarke Amerikas getrunken - Yuengling. Ich habs immer falsch ausgesprochen... Jüngling natürlich.. der Amerikaner aber spricht es Jingling... so musste ich mich häufiger wiederholen.



Es lag nicht am Bier aber irgendwie an fehlender Orientierung, dass wir den falschen Weg zum Bahnhof genommen und den Zug verpasst hatten - aber wir waren satt und gebiert.. und hatten damit nichts weiter mehr vor.

13.09.2014

Der Tag beginnt mit einem Lauf - die Umgebungen der Hotels haben das früher nicht zugelassen  aber meine Achilles-Sehne war angesichts der Läufe in New York und der ganzen Rennerei durch die Stadt arg beleidigt.

Auch hier gibts nicht wirklich läuferfreundliche Wege - also renne ich das Industriegebiet ab - gibt aber auch was her. Mehr dazu später auf meinem Läuferblog.

Ich kipp fast untern Stuhl als ich beim Frühstück eine Dame beim Anblick des Frühstücks sagen höre "What a huge selection". Haha... große Auswahl. Wirklich witzig. In jeder kleinsten Pension in Deutschland bekommt man mehr Auswahl als hier. Aber man ist ja im Ausland, um Land, Leben und Leute kennen zu lernen. Also Bagel mit Erdnussbutter und Marmelade... was für eine riesige Auswahl. Immerhin konnte ich zwischen zwei Marmeladen wählen.



Aber das Hotel ist ansonsten nett und sauber (jaja... da bin ich mal richtig deutsch) und wir bleiben einfach noch zwei Nächte aber auch, weil wir Boston so sehr ins Herz geschlossen haben. Heute (Samstag) wieder mit der Bahn ab in die Stadt...



Heute steht Beacon Hill auf dem Plan und besticht mit seinem britischen Charme. Ja... hier könnt ich mich auch wohlfühlen.



Und woher kommt die Musik? Lass uns mal schauen.. und schwupps sind wir auf dem Fest zur Legalisierung von Marihuana. 

Es ist noch nicht Mittag aber schon wird hier geraucht, was das Zeug hält... die Rapper auf der Bühne machen gute Musik.. dazwischen versuchen sich ein paar Sportler mit Kettle Bells fit zu halten. Was es mit den Schneemännern auf sich hatte, weiß ich nicht oder kann es nur erahnen. Aber der Typ fand sich wohl cool.
 






Schon vom vielen Einatmen war ich ganz high.. oder war es einfach die Freude, das ansehen zu können.

Außerhalb des Festivals noch mal durch die Straßen gestreift - irre, was der Typ auf seinen Plastikeimern so spielen konnte.


Diesmal verpassen wir den Zug nicht - was auch besser so ist. samstags fahren die nämlich nur alle 2 Stunden.

14.09.2014

Cape Cod soll das Ziel des Tages sein - hier machen die New Yorker und andere Urlaub. 

Unser Glück - sonntags ist die Insel "leer", dienstags wird sie mit Reisebussen samt Insassen wieder aufgefüllt. Gut genug, um günstig ein Motel zu bekommen - obwohl wir hier eigentlich gar nicht bleiben wollten. So viel zur Planung oder Nichtplanung. Eine pfiffige Dame an der Tourist-Information in Eastham empfiehlt uns Motel und Picknick-Area sowie einen kleinen Supermarkt (den wir sonst übersehen hätten), die uns für kleines Geld ein leckeres veganes Sandwich zaubern.

So picknicken wir mit diesem Ausblick und schauen verwundert der riesigen Möwe zu, die es sich auf einem parkenden Auto bequem gemacht hat und nicht daran denkt, diesen Platz zu verlassen, als das Auto losfährt. So surft die Möwe auf dem Auto dahin und wir schauen weiter über den Atlantik.



Wir fahren bis zur Spitze der Halbinsel nach Provincetown. Hier ist die Hochburg der Partys und Schwulen und Lesben. Wirklich ein belebtes und eigentlich auch hübsches Städtchen aber Party ist (heute) nicht unseres.



Trotzdem erfrischen wir uns noch mit einem hopfigen Kaltgetränk - aus der Hüfte halte ich die "Mitinsassen" fest - leider nicht alle und die Gespräche bleiben für immer im Kopf haften... soweit wir das von dem Typen (nicht der auf dem Foto) mit seinem zahnlosen Mund und zu viel Alkohol haben verstehen können.




Wir machen uns schnell wieder auf den Weg nach Wellfleet - deutlich überschaubarer. Für Leute, die Seafood bevorzugen, muss das hier das Paradies sein. Wir finden auch etwas zu essen - für das, was es gab aber überteuert. So what.

Die Landschaft ist wirklich toll, die Häuser hübsch und überhaupt... hier kann man es länger 
aushalten.


15.09.2014

Im Motel hat es sich gut geschlafen - die privat geführten Motels sind einfach netter (wenn sie gut in Schuss gehalten werden). Hier war das der Fall.


Heute gehts vom Cape Cod wieder Richtung New York. Wir wollen uns in den südlicheren Teil der Ostküste hinaufarbeiten. Aber nicht, ohne Cape Cod noch weiter anzuschauen. Die Bilder entstehen in Hyannis. Wirklich nettes Örtchen. Hier hat JFK häufig Ferien gemacht und man verzichtet auch nicht, da diversen Stellen darauf hinzuweisen.



Nach einem kleinen Stopp weiter bis es uns in Newport festhält. Hier ist es am Hafen so schön (und die Menschen reich). Wir lassen uns nieder und bleiben 3 Stunden einfach sitzen - schön das. 

Schnell noch mobil ein Hotel gebucht und dann zum Abendessen. Wir hatten uns ein echt schöns Pub ausgesucht. Der "Burger" war gar keiner sondern ein Patty aus Quinoa und diversen Gemüsen mit einem leckeren Relish als "Sauce". Dazu die besten Fries der Tour bis jetzt ... hmmm. Im Nachhinein sehen wir auf Tripadviser, dass es als eins der besten Pubs der Stadt ausgewiesen wird. Hatten wir doch wieder mal ne gute Nase.

Noch "schnell" den Sonnenuntergang über dem Hafen anschauen... 


und dann gehts auch schon ab ins Bett - das hier mal wieder nicht der Rede Wert ist oder doch... ich höre die Nachbarn zanken, schnarchen, sich im Bett rumdrehen. Mag ich NICHT.

16.09.2014

Heute ist ein Fahrtag.. ein langer Tag mit irgendwas um die 400km. Vorbei an New York Richtung Pennsylvania. Wir übernachten in Allentown und dazu gibts nur folgendes zu berichten. Wir wollten mal kulinarisch abseits von Pub Food unterwegs sein und ich hatte gelesen, dass es in Allentown ein gutes Restaurant gibt, das auch noch bezahlbar ist - die Kombination ist eher selten.

Als wir eintrafen, waren wir über den vielen Verkehr in der Innenstadt von Allentown erstaunt. Das Restaurant um 18.00 Uhr brechend voll. Es fand ein Konzert statt und viele wollten noch vor diesem den Magen füllen.

Wir bekamen trotzdem einen Platz und auf der Empore einen Spitzenplatz zur Beobachtung des (jungen) Amerikaners beim Essen. Ich glaube, die schauen alle zu viele Soaps... die (Frauen) benehmen sich teilweise genau so laut, wie man es von amerikanischen Serien kennt - das ist doch kein normales Verhalten. Wurde im übrigen bestätigt, als um kurz nach 19.00 Uhr mit Ausnahme von 2 Tischen alle das Lokal fluchtartig verließen und wir mit den älteren Ehepaaren ins Gespräch kamen. Auch sie machten Witze über das Verhalten amerikanischer Vorstädter in Restaurants.

Aber was ich eigentlich erwähnen wollte... auf der Karte stand nicht ein einziges vegetarisches Gericht (außer Salat). Mein Bester war schon ganz ängstlich, dass ich jetzt nichts bekomme aber ich war zuversichtlich. Auch in den USA wird ein gutes Restaurant bei Bedarf etwas zaubern können.

Ich bekam das beste Stir Fry, das ich je in Amerika gegessen habe und - obwohl keine vegetarischen Gerichte auf der Karte - gabs Tofu drin. Ich war absolut amused.


17.09.2014

Im Reiseführer steht, dass es hier (hier heißt - rund um York in Pennsylvania) nicht touristisch ist, sich aber dafür eine wunderbare Landschaft mit kleinen netten Orten und viel Landwirtschaft bietet. Genau so ist es...Auf dem Weg nach York ziehen wir an vielen Farmen vorbei und finden dieses riesige wunderbare Sonnenblumenfeld.


York, das wir uns als Haltepunkt ausgeguckt haben, ist auf den ersten Blick nicht ansatzweise hübsch. Erst als wir den wirklichen Altstadtkern gefunden haben, verlieben wir uns ein wenig. Ein buntes Banner kündigt Freitag Abend die Yorker Bike Night an.. hmm. Ich hatte gelesen, dass in York Harley Davidson Motorräder hergestellt werden. Klingt nicht schlecht. Mal schauen, wie das Hotel ist und dann geht der Plan weiter.

Erst einmal muss ein Kaffee her, was sich in York jetzt nicht als ganz so einfach darstellt. Auf dem Weg sehen wir diesen Polizisten auf dem Segway... ob er es ist, der uns später das Ticket verpasst? Auf jeden Fall kommen wir so in den Genuss, mal in einer Behörde in den USA etwas zu erledigen zu haben.




Auf dem Weg vom Hotel in die Stadt liegt ein großer Friedhof - hier gibt es dieses Fahnenmeer. Eine Fahne für jeden gefallenen Soldaten in den letzten Einsätzen (Afghanistan/Irak). Das bringt eine muntere Diskussion bei uns in Gange, was es damit und den vielen anderen Heldendenkmälern auf sich hat. Ich unterstelle einfach mal, dass man dieses ganze heroische Zeugs nur macht, damit wieder junge Leute nachziehen.




In York gibt es zwei Mikrobrauereien. Und wir kosten hier bei herrlichem Wetter auf der Terrasse das kühle Hopfengetränk.


Was hier nach "Ballermann" aussieht, ist eine schöne Form, ohne völlig betrunken zu sein, mal alle selbst gebrauten Biere zu testen.

Wobei.. wir haben den Schrank zum Elektroverteiler beim Rausgehen mit dem Ausgang verwechselt... vielleicht war es doch zu viel Bier?


Die Gläser sehen auf dem Foto größer aus, als sie waren. Das war höchstens 0,2 - also Kölschgröße, wenn überhaupt.


In der Abenddämmerung stromern wir noch etwas durch die Stadt. Immer wieder diese vertrauenserweckenden Elektroinstallationen...



Und hups... eine weitere Mikrobrauerei... aber nur ein Bier hier - aber auch nett.



Das es im letzten Pub kein Essen gab, muss das nächste her. Wegen Überfüllung geschlossen. Aber.. man bekommt dieses lustige Kästchen mit und wenn das wild anfängt zu blinken, darf man rein. So hab ich noch einen leckeren Wrap bekommen und der Abend ging dort auf der Terrasse zu Ende.


Hotel? An sich ganz nett, wenn da nicht der Highway mitten durchs Zimmer ging (also gefühlt). Kein Auge zugemacht. Am nächsten Tag Zimmer auf der anderen Seite geben lassen und 2 Tage verlängert.

18.09.2014

Von hier aus möchten wir ein wenig die Umgebung erkunden. Gettysburg ist eines der Ziele und wir fahren an Farmen und an Farmen und an Farmen vorbei. Wirklich hübsch hier die Gegend.


Einfach nur, weil uns der Ortsname gefiel, sind wir hier hin. East Berlin in Pennsylvania ist dann eher klein aber sehr hübsch - der Weg ist das Ziel und es hat sich gelohnt.






Gettysburg ist definitiv eine Reise weg. Viele historische Gebäude und natürlich viele Erklärungen zu den Schlachten. Die Schlachtfelder an sich haben wir nicht besucht. Amüsant fand ich dann aber, dass sowohl Immobilienfirmen als auch Farmen damit warben, dass sie Häuser auf Schlachtfeldern anbieten bzw. ihr Gemüse auf Schlachtfeldern gewachsen ist. Die Amis sind komisch irgendwie....





Nach diesem schönen, historischen Tag muss der Abend natürlich im Pub beendet werden. Der Holy Hound braut zwar nicht selbst, hat aber 30 Biere vom Fass... da hat man schon ne ordentliche Auswahl.


Diese Nacht keine Autos, die durchs Schlafzimmer fahren - wunderbar.

19.09.2014

Ja... heute ist Bike Night. Schon am Tag vorher kamen immer mehr Harley-Fahrer in die Stadt. Auch unser Hotel war gut gefüllt - es ließ eine gewisse Vorfreude aufkommen.

Tagsüber gab es eine Open House im Harley-Werk... der Parkplatz voller Motorräder...Man konnte das Werk besichtigen, interessante Geschichte. 800 Motorräder werden dort am Tag produziert. Das hat uns angesichts der vielen Handarbeit doch erstaunt.


für Essen und Trinken wurde gesorgt...




Es gab jede Menge Nippes zu kaufen und 5 Händler hatten Stände zum Verkauf von Kleidung, Schmuck etc. aufgebaut. Ich ziehe meinen Hut vor dieser funktionierenden Merchandising-Strategie. Selbst ich - in Köln erstanden - hatte mein Harley-Shirt an und war felsenfest der Meinung, die weitgereisteste Harley-Besucherin zu sein - so ganz ohne Führerschein und Motorrad.

 





Hier mal zur Auflockerung Bilder von York... wer hats erfunden (gebaut)? Natürlich die Deutschen - als Gaststätte Goldener Pflug.




Um 18.00 Uhr geht die Parade mit 2.000 Bikern durch die Stadt. Es ist irre viel los - Futterbuden in der ganzen Stadt aufgebaut - nur Alkohol gibt es in den USA nicht auf der Straße. Dafür muss man in ein Pub bzw. in einem abgegrenzten Bereich eines Pubs sein. Ich vermute mal, dass in der ein oder anderen Fanta-Dose, die die Leute in der Hand halten, etwas anderes enthalten ist.


White Trash... ich weiß, ich bin fies.







Und endlich geht die Parade los...Halt, nein... erstmal Nationalhymne singen - auf einer Biker Parade. Uih, nehmen die das ernst. Selbst die Hillbilly-Jugendlichen von gegenüber ziehen die Kappe aus und halten sie sich aufs Herz. Ich bin ein ziemlicher Schisser (oder zu höflich) und fotografiere das nicht.

Dann die Parade: Ich hab Unmengen von Fotos gemacht und nur ein paar wenige rausgepickt...

 



Süss... oder? Hieß ja Bike Night und nicht Harley-Night.










Die Straßen voll...


Wir "genießen" ein Bier aus der Dose im abgesperrten Bereich mit Live-Musik und coolen Typen.


Überall in der Stadt gibt es Bands.


Und hier mein Held des Abends...



Die Nacht ist für uns früh zu Ende. Wir haben viel gesehen und lassen die Biker jetzt alleine feiern.

Auffällig im Gegensatz zum Harley Dome in Köln, den wir in diesem Jahr besucht haben ist, dass die Harleys in Deutschland viel stärker aufgemotzt sind. Hier gibt es viel mehr besondere Lackierungen oder generelle Bauten.

Aber.. die Typen in den USA, die Harleys fahren sind deutlich cooler. :-)

Liegt vielleicht daran, dass der (zumindest schien es so) typische Harley-Fahrer in den USA ein Biker ist und nicht ein Zahnarzt oder Steuerberater, der in seiner Freizeit mal einen auf "wild" machen will.

20.09.2014

Wir sagen Tschüss zu York und machen uns auf den Weg zu unserer letzten Etappe Richtung Küste.

Generell haben wir in dem (nicht bestellten) Navi immer Wege ohne Autobahnen eingegeben, damit wir viel von der Landschaft sehen. So kommen wir an diesem Farmers Market vorbei und zu meiner Freude wird der von Amish People betrieben. Ursprünglich wollten wir in ein Amish Gebiet aber das wäre zu weit gewesen - nun werden sie uns einfach so aus Versehen präsentiert.





Hier überall Farmen - nicht alle von Amish (wie diese hier). Man erkennt es immer recht gut - zum einen steht meistens eine Pferdekutsche vor der Tür aber es wird auch kein Strom zur Farm geleitet. Unglaublich irgendwie. Wir sehen viele Pferdekutschen über die Straßen fahren, bekommen sie aber nicht vernünftig festgehalten. Weitere Fortbewegungsmittel sind Tretroller... warum Fahrräder nicht gehen, hab ich nicht verstanden.



Erstes Ziel des Tages ist Freehold. Hier ist Bruce Springsteen aufgewachsen und lebt auch heute hier in der Nähe, und wer meinen Blog schon länger verfolgt, der weiß, dass mein Bester ein absoluter Fan vom Boss ist. Hübsches, kleines Städtchen aber wir müssen weiter nach Asbury Park und zum The Stone Pony. Hier hat Bruce seine Karriere begonnen bzw. ist entdeckt worden. Wir haben Glück.. es ist auf und ein TShirt für meinen Besten kann erstanden werden. Was für historische Pfade.

Asbury Park an sich hat seine besten Zeiten als Strandparadies überstanden - auf den Bildern kommt es nicht rüber. Aber man kennt das von älteren Strandbädern in den Niederlanden. Die Zeit ist einfach vorbei und man hat sich nicht neu erfunden.




Mein Knipserinnenherz erfreut diese Hochzeitsgesellschaft und der weißen Puschelkinder...



Die sind doch schön, oder?


Ein letztes mal in einem Kettenhotel übernachten. Für die allerletzte Nacht gibts ein B&B.

21.09.2014

Und als wir dann an unserem wunderhübschen B&B eintreffen sehen wir, dass es quasi auf der Ecke zur E Street steht, also der Straße, von der die E Street Band von Bruce Springsteen ihren Namen hat. Die Mutter eines Bandmitgliedes wohnte dort und sie durften in ihren Anfängen dort ab und zu üben..


Es ist Sonntag und es ist Kirchenfest auf der Main Street... das schauen wir uns doch an. Er singt wie Frank Sinatra...


.. und die beiden tanzen wie Fred Astair und Ginger Rogers. Hübsch anzuschauen.


Für ein Bier müssen wir wieder hinter den Zaun. Ich wage zu bezweifeln, dass diese Regelung, in der Öffentlichkeit bzw. nur hinter Zäunen Alkohol zu trinken, den Konsum bei Jugendlichen runterschraubt... aber so ist es eben.




Nicht fotografiert hab ich die riesigen Kringelbratwürste - kinderarmdick und tellergroß. Beim ersten Blick fürchteten wir, dass man die so als Ganze bestellen kann - sahen dann aber, dass Teile rausgebrochen und in Brötchen gelegt wurden. Puh.. das hätte meinem Eindruck vom Essverhalten des Amerikaners noch das Hütchen aufgesetzt.

Im B&B wird Pumkin Pie zum Nachmittagskaffee geboten - liebevoll alles, ein schönes Haus.


Der Strand auch hier so schön - wie wir erfahren, hat Hurrican Sandy hier ganze Arbeit geleistet und der Boardwalk, den ich am nächsten Morgen erlaufe, ist über Kilometer brandneu.

Hier sieht man einen Wellenreiter (davon waren viele am Strand) in der Abendsonne seinem Hobby nachgehen.






Ein veganes Restaurant ganz in der Nähe des B&B ist phantastisch und so geht der letzte Abend zu Ende.

22.09.2014

Ein letzter Lauf, bevor es heute wieder heimwärts geht. Ich stelle mir extra den Wecker, weil ich den Sonnaufgang nicht verpassen möchte. Es werden wunderbare 10 Kilometer. Den Sonnaufgang und mehr dann eben auch wieder im Laufblog.


Einmal die Füße in den Atlantik stecken (vorsichtig, die Wellen sind mir zu hoch), ein wunderbares Frühstück auf der Terrasse genießen und dann verabschieden wir uns von Belmar...


.. und von New York. Der Flieger erlaubt einen letzten Blick auf die Skyline.


Wunderbare 16 Tage liegen hinter uns. Wir haben mal wieder viel gesehen. Noch ein paar Schlussbemerkungen und Erkenntnisse.

  • Ich mag Boston lieber als New York. Aber ich habs ja sehen müssen, um den Unterschied zu kennen.
  • USA ist ein läuferunfreundliches Land - ich habs vorher gewusst aber man muss es ja erleben. Es gibt einfach an vielen Stellen keine Fußgängerwege - der Verkehr hat Vorrang. So ist es häufig nicht einfach, gute Laufstrecken zu finden.
  • Es ist recht einfach, in den USA an veganes Essen zu kommen. Auch wenn ich das nicht immer hatte, weil ich (mit einem omnivoren Mann reisend), das Essen nicht in den Vordergrund stellen möchte. Aber immer dort, wo es ging, hab ich es auch genossen und es war oft gut. In einem Bagel-Laden z.B. einfach wie selbstverständlich Soy-Creme bestellen zu können, ist toll.
  • Das Umweltverhalten in den USA ist gruselig. Auch das war etwas, was ich vorher wusste. Aber es dringt völlig ins Bewusstsein, wenn man es 16 Tage erlebt. Wer von uns würde für ein Hotelzimmer 150 Dollar bezahlen und dann aus Pappbechern trinken und mit Plastikmessern frühstücken? Die meiste Hotelzimmer sind - vermietet oder nicht - auf 18° runtergekühlt. Als ob es nicht ausreichen würde, das Gerät anzumachen, wenn der Gast bucht. So gibt es viele Beispiele für unverantwortliches und vor allen Dingen leicht vermeidbares Verhalten. Da muss noch viel passieren und Umdenken stattfinden... da kann Herr di Caprio noch so schön auf der Climate Summit sprechen.
  • Die Problematik der verschiedenen ethnischen Herkünfte ist extrem ersichtlich, das hab ich so stark nicht erwartet. Kein Wunder, dass es hier zu Ausschreitungen kommt. Es gab ganz wenig gemischte Paare oder gemischte Gruppen. Schwarz zu Schwarz und Weiß zu Weiß... nach all den Jahren. Ich hab den Eindruck, da hat sich Deutschland stärker gemischt.
  • Bei einer ähnlichen Tour werden wir wieder aufs Wohnmobil zurück greifen. Das eignet sich doch besser fürs Cruisen ohne Planung. Zwar sollte man auch immer einen Campground finden aber zum einen, wäre es nicht schlimm, wenn es mal nicht gelingt und zum anderen ist es unerheblich, ob der Campground in einem guten Zustand ist. Ist er ungepflegt, dusche ich halt im Wohnmobil. Die meisten unserer Hotels waren Kettenhotels - die liegen in Industriegebieten, sind aber erschwinglich. Eigentlich ok, man schläft da ja nur - aber trotzdem fühlt sich Urlaub in einem B&B (zu teuer in den USA) oder eben im Camper besser an.
  • Das ungeplante Reisen hat sich wieder mal als richtig erwiesen. Hatte ich zwischendurch meine Zweifel, haben solche plötzlichen Begegnungen wie die Bike Night, die Amish People, die Hafen in Newport, das Marihuana-Fest in Boston wieder gezeigt, dass man solche Dinge zwar planen könnte (ich würd aber wohl nie ein Marihuana-Fest planen;-) aber es so viel besser ist. Die Dinge laufen einem einfach über die Füße.
So.. und zum Schluss traditionell noch der Link zu allen (nein - auch hier sind es nicht alle) Fotos: Klick

Hier dann noch die ungefähre Strecke, die wir gefahren sind - stimmt nicht ganz überein (vor allen Dingen von Albany nach Boston nicht) - aber soll nur einen Eindruck geben, wo wir so waren.