Sonntag, 8. August 2010

Stippvisite Schottland ..


... so heißt die "Pauschal"-Reise, d.h. die Bed & Breakfast werden vom Veranstalter vorgebucht, man sucht sie sich nicht aus. Um so gespannter waren wir, was uns da erwartet.

Wir wollten Schottland kennen lernen, was geklappt hat - wir werden wieder kommen, uns auf eine Region festlegen und die Wanderstiefel schnüren, was in der kurzen Zeit und bei den Kilometern nicht ging. Aber es war für den ersten Besuch so genau richtig.

PS: Bilder am besten einmal auf groß klicken!

Tag 1: Ankunft - Edinburgh - Musselburgh


Wir landen in Edinburgh, nehmen uns flott den Leihwagen und starten direkt mal in Richtung unserer ersten Unterkunft, die auf dem Bild links zu sehen ist. Das Hotel Carberry Tower entzückte zwar mit dem reinen Anblick. Allerdings waren unsere Zimmer in einem Nebengebäude untergebracht und die mit Abstand schlechtesten und vor allen Dingen im Gegensatz zu allen anderen auch schmutzigen. Schade eigentlich. Alle erreichbaren Hotels hatte ich vorher angeschrieben, ob sie mit Sojamilch und Früchten zum Frühstück aufwarten können (wenn nicht, richte ich mich ein und bringe es selbst mit). Auch das war vergessen worden... aber nun genug des Negativen. Es bleibt eine schöne Location und bei der Hochzeit, die an dem Abend stattfand, hätte ich gerne Mäuschen gespielt. Besonders als ich hörte, dass die Dudelsackspieler aufwarteten.

Edinburgh an sich entpuppte sich als sehr schöne Stadt, die wir allerdings nach einigermaßen kurzer Zeit wieder verließen. Es fand ein Jazz-Festival statt und auf einigen Plätzen war kein Durchkommen. Hier würde ich zu einer anderen Jahreszeit gerne zurück kommen. Für alle Vegetarier/Veganer ist zu erwähnen, dass wir ein tolles (und für mich bestes) Essen im David Bann genießen konnten.

Die beiden Bilder unten links sind aus dem Städtchen Musselburgh, in dem wir den ersten schottischen Regen erleben durften, der uns direkt mal bis auf die Haut durchnässte. Höchstens 5 Minuten, vorbei war der Zauber.

Tag 2 -  Loch Lomond - Luss - Crinan - Kilmartin - Oban


Schon die Namen der Orte lesen sich, wie von einer anderen Welt. Das Wetter wechselt ständig zwischen kleinen Regenschauern und freiem Himmel. Schön (s. Foto) in den Bergen zu beobachtendes Wolkenspektakel. Besonders der Crinan Canal war beschaulich und schön - 15 Handschleusen werden auch heute noch betätigt - vor allen Dingen von Freizeitseglern. Auf dem Bild unten links sieht man hinter mir im Ort Crinan 3 Fischer ihr nachmittägliches Bier trinken - es hat Spaß gemacht, dem schottischen Akzent zu lauschen, wenn ich auch nur die Hälfte verstand. Oben rechts ein typisches Bild - mittags Picknick mit Salaten von M&S oder anderen Supermärkten. Das zweite Bild oben rechts zeigt unser Columba Hotel in Oban. Wir hatten das Zimmer mit dem Turm oben links und es war phantastisch. Nachdem wir das erste richtig schlechte Essen abends haben "genießen" dürfen, zogen wir es vor, uns am zweiten Abend dort oben im Turm mit Blick auf den Hafen selbst zu versorgen.

Tag 3 - Oban - Mull - Oban


Die Anzahl der Bilder zeigt schon, fast das für ein phantastischer Tag war. Früh morgens mit der Fähre zur Isle für Mull. 45 Minuten vorbei an wunderschönen Landschaften. Wir entschieden uns für die Route Richtung Tohemory  - ein Ort mit wunderbar schönen Häusern am Wasser (Bild rechts Mitte).

Im Calgary Farmhouse gabs einen Snack und einen kleinen Blick in deren künstlerische Tätigkeiten - auf der Rückfahrt hielten wir dann noch an diesem phantastischen Friedhof (Bild Mitte links) an - ich hoffe dann mal, dass die Verstorbenen auch was von dieser tollen Aussicht haben.

Tag 4 -  Fort William - Glenfinan - Mallaig - Isle of Skye (Struan)


Fort William, einem Zentrum von Outdoor-Aktivitäten im Hochland, statten wir einen kurzen Shoppingbesuch ab. Bewaffnet mit Baguette, Hummus, eingelegten Tomaten/Oliven und Rotwein setzen wir in über das Glenfinan-Monument unsere Reise Richtung Fähre in Mallaig fort, um auf die Isle of Skye überzusetzen. Hätten wir die Fähre reserviert, wären wir dann mal direkt rüber gekommen. So mussten wir in dem kleinen Nest 3 Stunden verweilen. Mein Picknick am Hafen wurde schnell von vorwitzigen Möwen gestört und ich musste mich mit allen Utensilien ins Auto zurück ziehen. Nur den Müll hatte ich außen gelassen, um ihn später zu entsorgen. Das haben dann die Möwen für mich gemacht ...hmm..

In Struan auf Isle of Skye angekommen, war ich froh, dass ich in der Pension mangels Mailadresse nicht nach Sojamilch und Extra"würsten" gefragt habe. Es war ein kleines B&B - wahrscheinlich ehemals eine Schaffarm. Die Dame des Hauses vom Glenside B&B war doch schon etwas älter und sie hätte möglicherweise mit Sojamilch nichts anzufangen gewusst, mal ganz davon abgesehen, dass es in normal erreichbarer Reiseweite so etwas nicht gab. Es ist ein so liebevoll eingerichtetes Haus - die Jubiläumstassen der Königinnenkrönung und der Hochzeit von Charly und Diana standen im Schrank. Der Frühstückstisch war so liebevoll mit kitschigem Porzellan bestückt und überhaupt... es war die schönste Unterkunft, wenn auch nicht die komfortabelste - aber alles super sauber... Frank hatte nur Angst samt Dusche ins Erdgeschoss zu fallen, so stark wackelte der Holzboden im alten Haus.

Das Abendessen dort im Irgendwo im Nirgendwo war auch nicht ganz so einfach. Alle Touristen stürzten sich auf die 3 Lokale in Dunvegan. Haus Nr. 1 war belegt, Haus Nr. 2 wurde von der Wirtin als nicht genießbar bezeichnet und im Haus Nr. 3 bekamen wir mit viel Glück einen Tisch. Schön war hier zu beobachten, wie wenig Stress sich der Herr des Hauses machte. Er belegte nur 4 Tische - mehr schaffte er alleine nicht, wenn er nicht in Stress geraten wollte. Ich bekam Pommes und Gemüse für 3 Pfund und war damit mehr als zufrieden.

Tag 5 - Isle of Skye - Portrée  - Eilean Donan - Loch Ness - Inverness


Es gab Black Houses zu besichtigen - ehemalige Häuser von Tagelöhnern, einen Wasserfall und einfach nur wunderbare Landschaften, die es auf dem Foto nie so festzuhalten gilt, wie sie in Wirklichkeit sind. Highlight war dann natürlich, dass wir in Portrée die Gelegenheit hatten, uns Highland-Games anzuschauen.

Das Schloss Elean Donan wurde kurz von außen besichtigt und dann ging es am Loch Ness vorbei nach Inverness. Hier gab es veganes Abendessen für mich im Café 1. Es hat zwar ne Weile gedauert, bis der Kellner - der immer nach Gesprächen mit mir wieder in die Küche zur Rücksprache mit dem Koch flog - etwas rausbekommen hat - das hat dann aber auch sehr gut geschmeckt. Hätte vielleicht nicht ganz so teuer sein müssen. ;-))

Jetzt hatten wir zwei Nächte im B&B Rehiran Beag. Ein sehr großzügiges, sauberes Haus mit einer Kuriosität - es gibt keine Schlüssel. Alle Zimmer sind offen und die Haustüre ist es ebenfalls, solange noch Gäste unterwegs sind.

Tag  6 -Black Isle - Tain - Morangie - Dornoch - Inverness


Ach ja, ich laufe morgens immer - entweder 2 oder 4km. Das Moos und die Heide auf der Straße sind mir dabei aufgefallen. Das zweite Bild oben rechts zeigt unser B&B, auf das ein leckeres Frühstück mit Sojamilch, frischem Obst und dem üblichen englischen Frühstücksgemüse gab. Wir starten Richtung Morangie, um dort die Destillerie des Glenmorangie zu besichtigen. Schick hergerichtet. "Zufällig" liegt auch mal wieder ein Friedhof in der Nähe.

Das Foto von uns im Pub macht eine Frau, die völlig aus dem Häuschen war, weil ihr Mann am nächsten Tag den ersten Kilt bekam - sie ließ sich wortstark und mit viel Körpereinsatz (irgendwann landete ihr Fuß auf der Theke) das Binden der Schnürsenkel erklären. Wir mussten abwarten, bis sie die Erklärung des Wirtes verstanden hat, um dann an unser Bier zu kommen.

 
Tag 7 -Aviemore - Blair Atholl - Pitlochry - Perth


Zurück über eine landschaftlich reizvolle Strecke durch die Berge - heute regnet es etwas länger als 5 Minuten. Wir halten am Blair Castle und schauen uns dieses mit Garten für einige Stunden an (nachdem wir erstmal ausgiebig unser tägliches Picknick ausgeübt haben). Es ist wirklich unmöglich (und auch sehr teuer), sich jedes Schloss, was einem über den Weg kommt, zu besichtigen. Die Eintrittspreise sind hoch. Es hat sich gelohnt, dass wir dieses hier anschauen konnten. Bilder vom Innenleben waren nicht erlaubt - einfach nur interessant.

Abend gings in Perth zum Italiener zum Abschlussessen und schon waren die 7 Tage rum. (PS: Du Mann von der Brücke, an dessen Laufrichtung der starke Alkoholkonsum sichtbar war... ja wirklich, ja... Du hast Dein Mobiltelefon in hohem Bogen in den Fluss Tay geschmissen.)

Wir kommen wieder - entweder Isle of Skye oder Isle of Mull, um dort 1-2 Wochen Wanderurlaub zu machen und alles in Ruhe zu genießen.

Jetzt benötige ich gute Literatur. Ich muss mich mal etwas ausgiebiger mit der Historie von Schottland beschäftigen, das find ich spannend. Wer also Tipps hat, bitte her damit.